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Fluglärmstreit mit der Schweiz Grenzregion wehrt sich gegen neue Flugrouten

In Südbaden wächst der Widerstand gegen das geplante Anflugsystem des Flughafens Zürich. Laut einem neuen Gutachten würden die Pläne dem süddeutschen Raum erheblich mehr Lärm bringen.

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2:12 min

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Fluglärm-Gutachten für den Hochrhein

Schlechte Nachrichten für deutsche Landkreise

Suse Kessel

Im Streit um Fluglärm am Hochrhein bestätigt ein Gutachten die Befürchtungen der betroffenen deutschen Landkreise Waldshut, Schwarzwald-Baar und Konstanz. Die Belastungen steigen.

Das am Montag in Waldshut-Tiengen präsentierte Gutachten wurde von den betroffenen Landkreisen Konstanz, Waldshut und Schwarzwald-Baar sowie dem Land Baden-Württemberg finanziert. Das neue Anflugsystem würde die Zahl der Überflüge über Süddeutschland um bis zu 10.000 pro Jahr erhöhen, so die Gutachter. Derzeit sind es rund 120.000 Flieger, die über dem süddeutschen Raum zur Landung ansetzen.

Anflüge sollen zeitweise über Bodensee und Hochrhein führen

Das neue System soll die komplizierten und zum Teil gefährlichen Anflugrouten vereinfachen. Umstritten ist besonders eine Anflugroute, das so genannte Ostkonzept, das vor allem früh morgens und in der Nacht geflogen werden soll. Damit will der Flughafen Zürich künftig die Flieger über den süddeutschen Raum - den Bodensee und den Hochrhein - führen. Sie sollen über dem Schwarzwald-Baar-Kreis gesammelt werden und von dort aus über der Schweiz zur Landung ansetzen.

Aus Sicht der Gutachter gibt es dazu Alternativen. Ein Teil der Flüge könne in der Schweiz bleiben. Die Zahl der Anflüge über Deutschland ginge dann im Vergleich zu heute sogar leicht zurück. Die drei Landräte wollen das Gutachten nun Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) vorlegen. Seine Haltung ist entscheidend. Denn die Schweiz muss sich die neuen Flugrouten in Berlin genehmigen lassen. Das Umweltbundesamt hat dem Ministerium bereits empfohlen, den Änderungen zuzustimmen.

Langfristiges Ziel der Grenzregion bleibe allerdings die Einführung einer Obergrenze von 80.000 Überflügen pro Jahr, hieß es.

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