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Auf Beizjagd am Kaiserstuhl Falkner jagt mit einem Steinadler

Adler galten schon im alten Rom als Symbol für Macht und Stärke. Auch die Jagd mit dem "König der Lüfte" hat eine uralte Tradition. Ganz besonders in der Mongolei. Aber nicht nur dort.

In Deutschland gibt es einige wenige Falkner, die mit Adlern auf die Jagd gehen. Voraussetzung dafür ist Teamwork und großes Vertrauen zwischen dem Menschen und seinem Tier.

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4:54 min | Mi, 23.11.2016 | 18:45 Uhr | Landesschau Baden-Württemberg | SWR Fernsehen BW

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Auf Beizjagd am Kaiserstuhl

Falkner jagt mit einem Steinadler

Christof Gerlitz

Adler galten schon im alten Rom als Symbol für Macht und Stärke. Auch die Jagd mit dem "König der Lüfte" hat eine uralte Tradition. Ganz besonders in der Mongolei. Aber nicht nur dort.

Sie sind auf der Jagd – Gerhard Bühler und sein Steinadler. Irgendwo in einem Revier am Kaiserstuhl. Und während die Treiber das Feld nach Füchsen und Hasen durchkämmen, sind "Vogel Greif" und Falkner hoch konzentriert. Noch ist nicht sicher, ob der Adler heute tatsächlich Beute machen wird. Begonnen hat dieser besondere Tag schon ein paar Stunden früher. Zuhause bei den Bühlers im Schwarzwald. Er – der Adler ist eine Sie – Leika, neun Jahre alt. Gerhard Bühler hat um Ruhe und langsame Bewegungen gebeten und weil er noch nicht weiß, wie Leika auf das SWR-Kamerateam reagiert, trägt er sie auf dem Weg in den Keller vorsichtshalber eine Jagdhaube. Das tut ihr nicht weh und beruhigt sie. Und in dieser Atmosphäre lässt Leika dann plötzlich auch die Kamera ganz dicht ran.

Ein Steinadler wie aus dem Bilderbuch – Leika sei kerngesund und topfit, schwärmt Gerhard Bühler. Die Waage zeigt etwas mehr als 4,9 Kilo – ideales Jagdgewicht. Leika könnte eine Maus auf einen Kilometer Entfernung erkennen, diesmal bei der Jagd am Kaiserstuhl ist die Beute größer – ein Feldhase, der sich in den Spargel rettet. Der Adler kann ihm nicht folgen.

Mann und Adler, zu sehen sind die Köpfe

Gerhard Bühler mit Leika

Im Keller von Gerhard Bühlers Haus ist mehr Ruhe und der Falkner erzählt. Leika wurde von Altvögeln aufgezogen, ihre Mutter stammt aus Kasachstan, der Vater aus den Karpaten. Erst als die junge Adlerin ausgewachsen war, hat Bühler sie mit nach Hause in den Schwarzwald genommen. Was danach kam war geduldige Arbeit und behutsames Training.

Bühler hat lange überlegt, ob er dem SWR-Filmteam Einblicke in sein Leben und seine Arbeit mit dem Steinadler-Weibchen gewährt. Ihre Beziehung ist von großem Vertrauen geprägt – zur Schau stellen würde er Leika nie. Sie kommt immer wieder zu ihm zurück, das Falknerherz erfüllt das mit Stolz.

Wer mit dem Adler jagt, muss mehrere Prüfungen ablegen und den mächtigen Greifvogel unter Kontrolle haben. Gerhard Bühler lässt Leika erst dann von der Faust, wenn er selbst die Beute vorher genau identifiziert hat. Einen Fuchs kriegen die Treiber an diesem Tag nicht aus Deckung, dafür noch einen Hasen. Adler sind sogenannte Grifftöter, mit großer Kraft in den Fängen – es geht alles ganz schnell... Ein besonderes Tier? Ja, sagt der Falkner Bühler, unkompliziert und mit Charakter.

Die Jagd ist vorbei, ein letztes Mal noch lässt der Falkner seinen Steinadler in den Wind. Wir sind ein gutes Team, schwärmt Bühler. Nach dem Erlebnis an diesem Tag gibt es wohl niemanden, der daran zweifeln könnte.

ein Adler in Nahaufnahme

"Adlerauge sei wachsam"

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