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Elbphilharmonie und Stuttgart 21 Was wäre wenn...?

Exorbitante Kostensteigerungen und eine gigantische Bauverzögerung: Was wäre eigentlich mit Stuttgart 21, wenn das Gleiche wie bei der Elbphilharmonie in Hamburg passieren würde?

Die Elbphilharmonie und der Bahnhof Stuttgart 21 in einer Montage

Kosten und Bauzeit: Die Elbphilharmonie und der Bahnhof Stuttgart 21 im unlauteren Vergleich

Bauzeit

Im Jahr 2007 wurde in Hamburg mit dem Bau der Elbphilharmonie begonnen. Damals dachten die Verantwortlichen, dass drei Jahre später das imposante Gebäude steht. Tatsächlich hat der Bau neun Jahre gedauert, also dreimal länger, als ursprünglich geplant. Das ist, Stand heute, sogar noch schlimmer als am Berliner Pannenflughafen. Der sollte innerhalb von fünf Jahren gebaut werden. Mittlerweile sind elf Jahre vergangen. Aber der Flughafen ist ja noch immer nicht flugtauglich.

Wenn man sich - nur mal rein theoretisch - vorstellt, der Bau von Stuttgart 21 würde auch dreimal länger dauern als geplant: Dann würde der erste Zug im neuen Tiefbahnhof erst im Jahr 2037 fahren! Bis dahin könnten die Gegner noch zu mehr als 1.000 Montagsdemonstrationen zusammenkommen.

Kosten

Auch hier haben sich die Verantwortlichen gewaltig verkalkuliert. Zu Anfang hieß es sogar, dass das Mega-Konzerthaus Elbphilharmonie eigentlich gar nichts kostet. Weil es sich praktisch von alleine finanziert durch den Verkauf von Luxuswohnungen und eines Hotels in dem Gebäude. Dann wurde mit 186 Millionen Baukosten gerechnet. Der damalige Hamburger Bürgermeister Ole von Beust wagte einen umstrittenen Vergleich: Die Renovierung seiner Küche sei am Ende auch 15 Prozent teurer als gedacht gewesen. Bei der Elbphilharmonie blieb es aber nicht bei 15 Prozent Mehrkosten. Am Ende kostete das Schmuckstück schließlich sagenhafte 789 Millionen. Das ist eine Kostensteigerung von mehr als 320 Prozent.

Wenn man diese Fakten als reines Gedankenspiel auf Stuttgart 21 überträgt, dann würde Stuttgart 21 am Ende - nämlich im Jahr 2037 (s.o.) - runde 10,4 Milliarden Euro kosten. Die Bahn selbst rechnet heute noch mit Kosten von rund sechs Milliarden Euro, während der Bundesrechnungshof zehn Milliarden Euro tatsächlich für möglich hält. Also: vielleicht ist dieser unlautere Vergleich doch mehr als ein reines Zahlenspiel!

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