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Vorwürfe gegen Pfarrer in Weilheim/Teck Bischof akzeptiert Amtsverzicht

Seit Oktober ist der katholische Pfarrer beurlaubt - weil er seine Gemeinde seelsorgerisch vernachlässigt haben soll. Aber es gibt noch einen schlimmeren Verdacht.

Bischof Gebhard Fürst, Diözese Rottenburg-Stuttgart

Bischof Gebhard Fürst hat den Amtsverzicht des Weilheimer Pfarrers akzeptiert.

Bischof Gebhard Fürst von der Diözese Rottenburg-Stuttgart hat das Gesuch des Pfarrers von St. Franziskus in Weilheim/Teck im Kreis Esslingen angenommen, auf seine Gemeinde zu verzichten. Pfarrer Hermann Ehrenspergers Amtsführung hatte zu Unstimmigkeiten in der Gemeinde geführt. Eine eigens eingerichtete Untersuchungskommission stellte jetzt fest: Der Pfarrer habe ungenehmigt Urlaub genommen, er sei Dekanatskonferenzen ferngeblieben und habe Personen Wortgottesdienste, eine Beerdigung und eine Taufe vornehmen lassen, die nicht die Qualifikation dafür und auch keinen bischöflichen Auftrag hatten.

Verweis für den Pfarrer und Abzüge beim Gehalt

Dem Pfarrer wurde jetzt ein Verweis erteilt, sein Nettogehalt wird drei Jahre lang um 20 Prozent gekürzt. Bis auf weiteres wird der Geistliche als pastoraler Mitarbeiter eingesetzt. Er war seit 1991 Pfarrer in Weilheim/Teck.

Kommission befasst sich mit weiterem Vorwurf

Der beurlaubte Pfarrer steht zudem im Verdacht, Jugendlichen Pornofilme gezeigt zu haben. Diese Vorwürfe seien von einer weiteren Kommission voruntersucht worden, teilte die Diözese Rottenburg-Stuttgart mit. Demnach soll der Pfarrer Minderjährige mit kurzen Sequenzen pornografischer Filme in Kontakt gebracht haben. Eine einmalige Sache, erklärte der Pfarrer dem SWR. Das Ergebnis der Voruntersuchung werde in den nächsten Tagen dem Vatikan zugeleitet, der entscheiden wird, heißt es in der Mitteilung.

Der Pfarrer hat den Besitz einer umfangreichen Filmsammlung mit wenigen Pornofilmen eingeräumt. Nachdem die jungen Männer mit den pornografischen Inhalten in Kontakt kamen, habe er die Filme umgehend gelöscht, betonte der Pfarrer. Laut Diözese wurde von den beiden inzwischen volljährigen jungen Männern bestätigt, dass sie sich zu keinem Zeitpunkt von dem Pfarrer „angemacht oder gar belästigt fühlten“.

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