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Ausweichquartier für die Stuttgarter Oper Stuttgart prüft Bau einer Konzerthalle

Für die geplante Jahrhundertsanierung der Staatsoper sucht die Stadt Stuttgart dringend eine Ausweichspielstätte. Drei mögliche Standorte für eine neue Konzerthalle sind im Gespräch.

Oper von außen am Abend

Das 100 Jahre alte Opernhaus soll für rund 400 Millionen Euro saniert werden

Stuttgart soll nach dem Willen von Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) neben der sanierten und erweiterten Staatsoper auch ein Konzerthaus erhalten. "Ein Konzerthaus brauchen wir ziemlich sicher sowieso. Die Frage ist, in welcher zeitlichen Reihenfolge wir es finanzieren können", sagte Kuhn der Deutschen Presse-Agentur. Geprüft werde in der Stadtverwaltung derzeit, ob für die sanierungsbedürftige Oper eine Ersatzspielstätte im Zentrum gebaut werden kann.

Baustelle von Stuttgart21, viele Baumaschinen, im Hintergrund das Planetarium

Hier könnte die neue Konzerthalle entstehen. In der Bildmitte erkennt man das Planetarium.

Neubau beim Planetarium

Der Bau könnte dann künftig als Konzerthalle genutzt werden. Denkbar ist demnach auf dem Gelände der Baustelle für das Bahnprojekt Stuttgart 21 in der Nähe des Planetariums ein Neubau, der vorübergehend als Opern- und Ballettbühne dienen könnte. Dies sei eine von drei Möglichkeiten, die bis zur nächsten Sitzung des Verwaltungsrats der Württembergischen Staatstheater im April untersucht werden sollen. "Wir werden dann entscheiden, was am besten geht", sagte Kuhn. Die Stadt habe ein großes Interesse daran, dass das Staatstheater den von Musikkritikern verliehenen Titel "Opernhaus des Jahres" auch in Zukunft erhalte.

Das Mercedes-Benz Museum im Morgengrauen

... weitere Option: ein Neubau neben dem Mercedes-Benz-Museum

Vorentscheidung im April

Geprüft werden außerdem zwei weitere Möglichkeiten: der Umbau des ehemaligen Paketpostamtes oder ein Interimsbau neben dem Mercedes-Benz-Museum. Die Künstler beklagen allerdings, dass diese Varianten zu weit vom Stadtzentrum entfernt seien und kein attraktives Umfeld böten. Im April soll eine Vorentscheidung fallen. Dann soll es auch eine Kostenkalkulation geben, sagte Kuhn. Im Anschluss soll es einen städtebaulichen Wettbewerb für die Interimsspielstätte geben. Stadt und das Land finanzieren die bereits beschlossene Sanierung und Erweiterung der Oper je zur Hälfte. Das Gesamtpaket der Generalsanierung des Theaterbaus im Herzen der Landeshauptstadt ist mit rund 400 Millionen Euro veranschlagt. Sanierung und Erweiterung der Oper im Schlossgarten sollen nach 2025 abgeschlossen sein.

Liederhalle ist keine Option

Die zahlreichen in Stuttgart ansässigen Orchester hoffen seit langem auf ein Konzerthaus. Die bisher genutzte Liederhalle sei längst an ihren Grenzen, räumte Kuhn in einer Bilanz der ersten Hälfte seiner Amtszeit ein. Ob ein Konzerthaus im Zentrum auf dem Gelände von Stuttgart 21 als Zwischenlösung während der Opernsanierung möglich sei,
bleibe abzuwarten. "Bei dieser Möglichkeit, die viele am plausibelsten finden, ist die Frage zu klären, wann dafür Grundstücke zur Verfügung stehen, letztlich auch, wann Stuttgart 21 fertig wird", sagte Kuhn.

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