Bitte warten...

Neues Eisenbahnunternehmen Für 22 Euro von Stuttgart nach Berlin

Wer mit dem Zug fährt, nimmt in der Regel die Bahn. Ab September will ein privater Anbieter der Deutschen Bahn nun Konkurrenz machen. Mit günstigen Preisen und besonderem Service.

Vier junge Menschen in einem Zugabteil

Zugfahren, aber nicht mit der Bahn

Das private Bahnunternehmen "Locomore" will Anfang September mit einem ersten Zug starten. Um 6.40 Uhr soll es in Stuttgart losgehen. Die geplante Ankunft in Berlin ist 13.04 Uhr. Zurück geht es ab 14.55 Uhr, Ankunft in Stuttgart ist um 21.19 Uhr. Anders als der ICE der Bahn, soll der Locomore-Zug nicht von Stuttgart direkt nach Mannheim, sondern über Vaihingen (Enz), Heidelberg, Darmstadt und Frankfurt/Süd fahren.

Täglich Stuttgart-Berlin und zurück

"Das ist eine attraktive Strecke, auch weil wir zusätzliche Direktverbindungen für zum Beispiel die Studentenstädte Heidelberg und Darmstadt schaffen", so Locomore-Gründer Derek Ladewig. Mit knapp 6 1/2 Stunden Fahrzeit, ist der Locomore-Zug rund 45 Minuten langsamer als der ICE der Bahn.

"Billiger als eine Fahrt mit der BahnCard 50"

Eine Bahn-Fahrkarte von Stuttgart nach Berlin kostet mit dem ICE 142 Euro. Mit dem privaten Eisenbahnunternehmen Locomore soll sie zwischen 22 und 66 Euro kosten. "Wir sind billiger als wenn man mit der BahnCard 50 fahren würde", sagt Ladewig und erklärt: "Unsere Züge sollen besser ausgelastet sein. Wir fahren maximal nur 200 Stundenkilometer und sparen dadurch Energie. Zudem sind wir ein schlankes Unternehmen und sparen dadurch Personalkosten."

Kostenloses WLAN

Zwei Kinder in einem Zugabteil spielen mit einem Holzzug

Spezielle Angebote für junge Fahrgäste

Derek Ladewig und seine bisher vier Locomore-Kollegen sind begeisterte Zugfahrer. Doch mit dem derzeitigen Quasi-Monopolisten Bahn verbindet sie eine "Hass-Liebe". "Wir wollen flexibler als die Bahn sein und mehr Service bieten", sagt Nicolas Dietrich, verantwortlich für den Vertrieb. So soll es in jedem Abteil kostenloses WLAN geben, Fahrräder sollen mitgenommen werden und Mitfahrer schon bei der Buchung die Möglichkeit haben, Gleichgesinnte bei der Fahrt zu treffen. "Die können dann zum Beispiel gemeinsam von uns gestellte Brettspiele spielen oder in Kinderabteilen zusammen sitzen."

Noch steht die Finanzierung nicht

Personal, Fahrzeuge, Strom, Vertrieb - der Aufbau und Betrieb einer privaten Eisenbahngesellschaft kostet viel Geld. Bis zum 29. Januar müssen die ersten 460.000 Euro zusammen sein. Anfang Januar waren es laut Locomore 404.000 Euro. Ein Großteil kommt dabei von privaten Anlegern.

Mehrere private Bahnanbieter

Locomore ist nicht das einzige private Eisenbahnunternehmen, das künftig den Stuttgarter Hauptbahnhof anfahren will. So will beispielsweise "der Schnellzug" ab Mitte März die baden-württembergische Hauptstadt mit Aachen und Hamburg verbinden. Weitere Strecken sind geplant.

Eine Karte mit dem Streckennetz von Locomore

Wird die Strecke Stuttgart-Berlin ein Erfolg, will Locomore das Angebot ausweiten.

Aktuell in Baden-Württemberg