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Neues Brandschutzkonzept für S21 Fluchttreppen werden verlegt

Wenn es brennt, steigt der Rauch nach oben. Was bedeutet das für Stuttgart 21? Am Montag hat die Bahn ihr neues Brandschutzkonzept für den im Bau befindlichen Tiefbahnhof vorgestellt.

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1:11 min | Mo, 15.2.2016 | 16:00 Uhr | SWR Fernsehen BW

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Neues Brandschutzkonzept bei Stuttgart 21

Mehr Sicherheit durch versetzte Fluchttreppen?

Die Deutsche Bahn hat am Montag ein neues Brandschutzkonzept für den geplanten Tiefbahnhof vorgestellt. So sollen etwa die Fluchttreppen ans Ende der Bahnsteige versetzt werden.

Ursprünglich sollten acht Treppenhäuser von der Mitte der Bahnsteige ins Freie führen. Doch Behindertenverbände sowie S21-Gegner hatten kritisiert, dass es dadurch zu gefährlicher Enge kommen könne, vor allem wenn Reisende mit großem Gepäck oder Kinderwagen sich begegneten. Auch S21-Architekt Christoph Ingenhoven hatte aus ästhetischen Gründen Bedenken angemeldet. Die Bahn hat deswegen angekündigt, die Fluchtmöglichkeiten an die Enden der 400 Meter langen Bahnsteige zu legen.

"Mit der Feuerwehr abgestimmt"

Die neue Planung sieht auch eine veränderte Entrauchung und Löschwasserversorgung vor, erläuterte Klaus-Jürgen Bieger, Brandschutzbeauftragter der Deutschen Bahn. Die Pläne seien auch mit Behindertenverbänden und der Stuttgarter Feuerwehr abgestimmt. Das Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 hatte im Vorfeld diese Idee kritisiert, weil der Fluchtweg für Reisende zu lang sei: "Soll der Brandschutz nur für leistungsfähige Sprinter greifen, denen Hunderte Meter Entfernung im Brandfalle nichts ausmachen?"

Stärkere Entrauchung

Die Entrauchung ist nach Biegers Worten gemäß den neuesten Brandschutzrichtlinien nun auch auf einen Großbrand von 53 Megawatt ausgelegt. Das entspricht einem Vollbrand in einem Eisenbahnwaggon. Zunächst war als Maßstab ein Brand von zehn Megawatt angenommen worden. Eine Sprinkleranlage für die riesige Halle wird nicht mehr in Erwägung gezogen, weil sie sich nur in kleineren Räumen bewährt habe, erklärte Bieger weiter.

Neue Art der Entrauchung

Anders als bislang vorgesehen, soll der Rauch nicht mehr abgesaugt werden. Stattdessen soll ihn Zuluft durch Lamellen in der Hallendecke nach draußen drücken. Dadurch sei immer ein Ende der Bahnsteighalle rauchfrei, so der Bahnexperte. Kritik, dass Passagiere bei einem Brand an einer Seite der 400 Meter langen Bahnsteige nicht schnell genug auf die andere rauchfreie gelangen können, wies Bieger zurück: "Man muss kein Sprinter sein."

Durch die Umplanungen für das neue Brandschutzkonzept werden sich nach Informationen der Bahn weder der Kosten- noch Zeitrahmen für die Tieferlegung des Stuttgarter Hauptbahnhofs verändern.

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