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Klimawandel in Stuttgart Schon jetzt fast zwei Grad wärmer

Die Region Stuttgart gehört heute bereits zu den besonders vom Klimawandel betroffenen Gebieten. Da die Erderwärmung wohl kaum aufzuhalten ist, geht es jetzt um die richtige Anpassung.

Der Stuttgarter Fernsehturm mit Palmen umrahmt

Wachsen künftig Palmen rund um den Stuttgarter Fernsehturm? Fest steht: Es wird wärmer.

Besonders die sommerliche Hitze werde künftig zu einem Problem, heißt es beim städtischen Umweltamt. Ähnlich wie am Oberrhein in Karlsruhe werden sogenannte Hitzetage (Tagestemperatur steigt auf über 30 Grad) und Tropennächte (es kühlt nicht auf unter 20 Grad ab) in Stuttgart aller Voraussicht nach in den nächsten Jahrzehnten deutlich ansteigen. Hierunter leiden vor allem ältere Menschen. Aber auch chronisch Kranke und Kleinkinder sind von den steigenden Temperaturen betroffen.

In Stuttgart wird es immer wärmer

Weltweit gilt eine Erderwärmung um maximal zwei Grad als gerade noch beherrschbar. Auf ein Einhalten dieses Wertes haben sich kürzlich die mächtigsten Industrienationen auf ihrem G7-Gipel im bayerischen Schloss Elmau verständigt. In Stuttgart-Hohenheim ist jetzt schon die Durchschnittstemperatur bereits um 1,8 Grad gestiegen, sagt Ulrich Reuter, Stadtklimatologe in Stuttgart.

Eine Temperaturkurve von Stuttgart von 1876 bis 2012

Mittlere Jahrestemperaturen in Stuttgart-Hohenheim von 1876 bis 2014

THW, Bevölkerungsschutz und Wetterdienst arbeiten zusammen

Jahrhundertsommer 2003
Extremwetter wie der Jahrhundertsommer 2003 werden künftig häufiger auftreten, heißt es beim Deutschen Wetterdienst. Damals starben hitzebedingt allein in Deutschland zusätzlich rund 4.500 Menschen. Andere Statistiken kommen auf bis zu 7.000 Menschen. Europaweit waren es rund zehnmal mehr.

Um auf die Folgen des Klimawandels besser vorbereitet zu sein, haben sich mehrere Organisationen als Strategische Behördenallianz "Anpassung an den Klimawandel" zusammengeschlossen. Dazu gehören: Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, das Technische Hilfswerk, das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung, der Deutsche Wetterdienst und das Umweltbundesamt.

Konkrete Maßnahmen

In Stuttgart hat der Gemeinderat ein Klimaanpassungskonzept beschlossen. Dieses umfasst mehr als 50 Maßnahmen. Sie reichen vom Freihalten von Frischluftschneisen über die Sanierung von Neckardämmen zum Schutz vor Hochwasser bis hin zum Verwenden hitzebeständigerer Straßenbelege an Bushaltestellen.

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