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Stuttgart setzt auf Nachhaltigkeit Ausstieg aus dem Kohlegeschäft

Geld bewegt die Welt - heißt es. Weil die Stadt Stuttgart die Welt nicht in die falsche Richtung bewegen will, fließen jetzt ihre Geldanlagen nicht mehr in klimaschädliche Projekte.

Eine Frau im Kohleblase-Kostüm steht auf Braunkohlebrocken

Demonstranten fordern "Keine Kohle mehr für Kohle".

Der Stuttgarter Gemeinderat hat eine neue Richtlinie für den Umgang mit städtischen Unternehmensanleihen und Aktien verabschiedet. Demnach wird die Stadt ihr Vermögen nicht mehr bei Unternehmen anlegen, die in den Abbau von Kohle und Öl investieren oder Erdgas durch Fracking fördern. Ebenso tabu sind Unternehmen, die Kinder- oder Zwangsarbeit zulassen oder Saatgut gentechnisch verändern. Betroffen davon sind unter anderem auch Unternehmensanleihen an der Energie Baden-Württemberg.

Schrittweise Umschichtung geplant

Die Stadtverwaltung will damit dem Klimawandel Rechnung tragen und außerdem drohende finanzielle Verluste abwenden. Die Umschichtung der Aktiendepots und Unternehmensanleihen soll laut Finanzminister Michael Föll nicht auf einen Schlag geschehen, aber doch während der nächsten Monate.

Vorreiter in Deutschland

Mit der Umschichtung der eigenen Geldanlagen ist Stuttgart nach Münster und Berlin die nach eigenen Angaben dritte bundesdeutsche Stadt, die ihr Geld aus klimaschädlichen und anderen nicht nachhaltigen Investitionen zurückzieht. Stuttgart ist damit Teil der weltweiten Bewegung "Divestment". Divestment ist das Gegenteil von Investment. Durch das Abziehen von Geldanlagen aus unökologischen Investitionen soll so vor allem die Erderwärmung gebremst werden.

Prominente Beispiele

In den USA und Großbritannien ist das Divestment bereits deutlich populärer als bei uns. Zu den prominentesten Befürwortern in den USA zählt der Schauspieler Leonardo di Caprio, aber auch die Rockefeller-Stiftung hat bereits entsprechende Unternehmensanteile verkauft. In Europa gehören der Norwegische Pensionsfond und die Versicherungskonzerne Allianz und Axa zu den Vorreitern der Divestment-Bewegung.

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