Bitte warten...

Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart VVS Kaum billige Tickets bei Feinstaubalarm

Die Stadt Stuttgart hat Feinstaubalarm aus- und die Autofahrer zum Umstieg auf Busse und Bahnen aufgerufen. Doch für die Unannehmlichkeiten gibt es kaum Vergünstigungen.

Host Stammler, Geschäftsführer des VVS

Horst Stammler, Geschäftsführer des VVS

Im Gespräch mit SWR4-Moderator Mike Böger erklärt VVS-Geschäftsführer Horst Stammler, wie Autofahrer bei Feinstaubalarm als neue Fahrgäste des Verkehrs- und Tarifverbunds Stuttgart geworben werden sollen.

SWR4: "Die Stadt Stuttgart hat Feinstaubalarm ausgerufen. Doch die Straßen sind noch genauso verstopft wie zuvor. Hat man daran gedacht, die VVS-Tickets an den Feinstaub-Alarmtagen billiger zu verkaufen?"

Horst Stammler: "Ja, wir haben darüber nachgedacht. Deshalb haben wir den Einstieg in das Abonnement günstiger gemacht, einen Anreiz geschaffen. Der erste Monat ist für Neuabonnenten umsonst und das hat eine Wirkung von 55- 188 Euro."

SWR4: "Beispielsweise bei moovel und anderen Anbietern kann ich im Internet billigere VVS-Tickets kaufen. Wie kommt das?"

Horst Stammler: "Wir haben eine Kooperation mit moovel gemacht, der sowohl VVS- Tickets als auch car2go-Fahrzeuge anbietet. Moovel hat es so angeboten, um einfach bekannt zu werden, dass sie sowohl VVS- Tickets als auch car2go-Fahrzeuge zum halben Preis während des Feinstaubalarms anbietet. Wir sind auf dieses Angebot sehr gerne eingegangen, weil wir das unterstützen wollen, dass hier ein Anbieter nachhaltige Mobilität den Kunden anbietet."

Ein Stadtbahnwagen der U5 an der Station Leinfelden

Kaum mehr Andrang als sonst in den Bussen und Bahnen während des Feinstaubalarms in Stuttgart.

SWR4: "Wann können wir denn nach der Aktion mit ersten Ergebnissen rechnen? Was kriegen wir da raus?"

Horst Stammler: "Wir bekommen raus, wie viele Leute über moovel Tickets gekauft haben. Wir wissen aber auch, wie viele Kunden sich bei uns angemeldet haben als Neukunden. Ansonsten haben wir den Eindruck, dass es in Bussen und Bahnen voller ist als sonst, wobei ein Teil sicher auch auf den Schnee zurückzuführen ist."

SWR4: "Bis jetzt haben sie den gewünschten Effekt ja nicht erreicht. Wann rechnen Sie denn damit, dass tatsächlich dieses ganze Angebot wirkt?"

Horst Stammler: "Ich würde das jetzt nicht so negativ sehen. Ich bin der festen Überzeugung, dass sich die Menschen mit dem Thema auseinandersetzen. Wir haben mehr Kunden in unseren Bahnen und Bussen, ohne dass ich das jetzt schon quantifizieren kann. Aber man muss sehen, wir stehen ganz am Anfang, wir haben jetzt zwei Jahre lang Zeit in der freiwilligen Phase, die Menschen zu überzeugen, damit es eben nicht zu den befürchteten Fahrverboten im Autoverkehr nach zwei Jahren kommen muss."

SWR4: "Haben Sie denn schon Pläne in der Schublade?"

Horst Stammler: "Natürlich müssen wir auch sehen, wenn das jetzt alles wirklich nicht wirkt, wie wir hier nachstoßen. Wir haben sicher schon das ein oder andere, ohne dass ich das jetzt schon verraten kann, aber wir haben bewusst mal niederschwellig angefangen und müssen dann gegebenenfalls im nächsten Jahr eben dann mehr bieten.

Günstig ankommen:
Bei der VVS ist in einer kurzfristigen Aktion das Jahresticket ermäßigt: Der erste Monat ist frei.
Seit Anfang Januar gibt es das JobTicket BW: Landesbedienstete bekommen einen monatlichen Zuschuss von 20 Euro, wenn sie mit Bus und Bahn zur Arbeit fahren. Egal ob Feinstaubalarm oder nicht.
Wer derzeit während des Feinstaub-Alarms über die Smartphone-App moovel bucht, erhält die VVS-Fahrt zum halben Preis.
Carsharing-Sparpreise bietet die Daimler-Tochter car2go: Der Minutenpreis für einen Elektrosmart wird während des Feinstaubalarms halbiert; Neukunden können sich kostenlos registrieren.

Aktuell in Baden-Württemberg