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Straßennetz in Baden-Württemberg Sanierung hat Vorrang vor Neubau

Welche Straßen in Baden-Württemberg werden zuerst saniert? Verkehrsminister Hermann (Grüne) hat dazu seinen Plan für 2016 vorgestellt. Vor allem im Fokus: Autobahnen und Brücken.

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1:12 min | Do, 3.3.2016 | 16:00 Uhr | SWR Fernsehen BW

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Straßensanierung in BW

Land will viel Geld für Straßenbau ausgeben

Für die Reparatur alter und den Bau neuer Straßen wird das Land dieses Jahr 475 Millionen Euro ausgeben. Damit investiert Baden-Würtemberg so viel wie noch nie in Straßen.

Rund 475 Millionen Euro kann Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) in diesem Jahr für die Straßensanierung ausgeben. Seinen Angaben zufolge stehen 120 Millionen Euro aus dem Landeshaushalt für den Erhalt der Landesstraßen zur Verfügung. Der Bund ist für die Sanierung von Autobahnen und Bundesstraßen zuständig und stellt die übrigen 355 Millionen Euro.

Von dem Millionenbetrag sollen unter anderem Hitzeschäden an Autobahnen beseitigt und vor allem Brücken saniert werden. Oft hält deren Statik dem Verkehr und schweren Lkw nicht mehr stand. Deshalb soll beispielsweise die Egelseebrücke in Vaihingen an der Enz (Landkreis Ludwigsburg) auf der B10 als Nächstes saniert werden.

Nach Hitzeschäden Betonfahrbahnen erneuern

Im Fokus der Bauarbeiten an Autobahnen stehen vor allem ältere Betonfahrbahnen, die bei Temperaturen jenseits der 30 Grad aufplatzen können - ein als "Blow-up" bezeichnetes Phänomen. Auf betroffenen Autobahnabschnitten hatte es im vergangenen Jahr deswegen zeitweise Tempo 80 gegeben.

In den kommenden zehn Jahren würden 260 Kilometer Straße erneuert, sagte der Minister. Der Sanierungsschwerpunkt im laufenden Jahr liege auf der Autobahn 5 bei Weinheim, Ettlingen und St. Leon, bei der Autobahn 7 Würzburg-Ulm, der Autobahn 8 Stuttgart-Karlsruhe und der Autobahn 81 Heilbronn-Würzburg. Sollte es in diesem Jahr erneut extrem heiß werden, würden trotzdem wieder Tempolimits gelten.

Lärmschutzwände und leise Straßenbeläge

Sanierung habe weiter Vorrang vor dem Neubau von Straßen, betonte Hermann. Doch auch auf neue leise Straßenbeläge und Lärmschutzwände setzt das Verkehrsministerium. Rund 280.000 Menschen leiden in Baden-Württemberg jede Nacht unter Straßenlärm.

Hermann kritisiert Verkehrspolitik des Bundes

Dem Bund warf der Landesverkehrsminister vor, den notwendigen Ausbau der Autobahnen und Bundesstraßen im Großraum Stuttgart zu verzögern. Konkret gemeint ist der Ausbau der Autobahn 8 zwischen Karlsruhe und München auf durchgehend sechs Spuren. Knackpunkt ist dabei der Albaufstieg.

Im Fall der Bundesstraßen geht es um die B27 und dort um den acht Kilometer langen Abschnitt zwischen Aich und Leinfelden-Echterdingen. Erst nach der Landtagswahl wolle der Bund die Pläne für den Bundesverkehrswegeplan veröffentlichen, kritisierte der Grünen-Politiker. Regierungschef Winfried Kretschmann (Grüne) hatte vor Kurzem bekräftigt, dass große Achsen wie die B27 ausgebaut werden müssten. Außerdem gebe es Bedarf bei den Autobahnen im Großraum Stuttgart.

CDU moniert Wahlkampftaktik

Kritik kam von der CDU-Verkehrsexpertin Nicole Razavi: "Zehn Tage vor der Landtagswahl entdecken die Grünen ihre Liebe zum Straßenbau - fünf Jahre zu spät."

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