Bitte warten...

SPD-Reaktionen auf BW-Trend "Ein Hauch von Depression"

Enttäuschung und Ratlosigkeit sind nach der jüngsten Wahl-Umfrage zu spüren bei den Sozialdemokraten in Baden-Württemberg. Aber auch der Wille, im Endspurt des Landtagswahlkampfes noch einmal durchzustarten.

Wahklkampf Nils Schmid

14 Prozent für die SPD: Böses Erwachen für Landesparteichef Nils Schmid

14 Prozent – bei diesem Umfrageergebnis ist die SPD im Land nicht gerade in Feierlaune. "Nein, da knallen die Sektkorken natürlich nicht," sagt Caroline Vermeulen (SPD-Kreisvorsitzende) in Hohenlohe, "aber trotzdem lassen wir den Kopf nicht hängen."

Auch SPD-Fraktionschef Claus Schmiedel räumt ein: "Dass da ein Hauch von Depression drin liegt will ich ja gar nicht abstreiten. Und eine Enttäuschung." So ein Umfragetief spränge sein Vorstellungsvermögen.

Jetzt heißt es: Kopf hoch und weitermachen. Das weiß auch Julien Bender (Kreischef der SPD Freiburg): "Das ist natürlich ein enttäuschendes Ergebnis. Wenn man allerdings im Wahlkampf ist dann hat man auch ein bisschen einen Tunnelblick und versucht sich nicht allzu sehr ablenken zu lassen. Ganz im Gegenteil: Es ist dann immer noch ein Grund, noch mehr zu kämpfen."

SPD setzt auf Kontakt mit den Bürgern

Auch Vermeulen sagt, die Wahlkampf-Stimmung in Hohenlohe sei gut. Sie setzt dort auf Kontakt mit den Bürgern und möchte neben den üblichen SPD-Ständen und -Informationen auch auf Tür-zu-Tür-Wahlkampf zurückgreifen. "Wir gehen jetzt auf die Straße, wir sprechen mit den Menschen. Weil wir müssen die Menschen erreichen mit unseren Themen."

Doch genau da liegt das Problem. Mit wem man auch in der SPD spricht, die Partei dringt mit ihren Themen nicht durch. Fünf Jahre in der Landesregierung zahlen nicht ein auf das Konto der Sozialdemokraten. So sieht es auch Bender: "Das ist offensichtlich und das hört man auch an der Basis so, dass wir es nicht schaffen, unsere Ergebnisse sichtbar zu machen."

Hoffnung auf 20 Prozent + X

Die SPD will nun in die Offensive gehen, mit Flugblättern und großen Wahlkampfplakaten. Die Entwürfe sind bereits fertig. Im Mittelpunkt soll eine Botschaft stehen, sagt Schmiedel: "Es geht um die Regierung. Und wenn ihr diese Regierung wirklich wollt - und das zeigt ja die Umfrage mit 52 Prozent - dann geht es nur mit einer stärkeren SPD." Die Hoffnung des SPD-Urgesteins, liegt darin, ein Ergebnis über 20 Prozent zu erreichen. "Ich halte das auch für realistisch."

Auch SPD-Spitzenkandidat Nils Schmid sagt: "Grün-Rot hat eine hohe Zustimmung in der Bevölkerung. Wir wollen das ummünzen in Stimmen - auch für die SPD."

Wahlkampf mit sportlichem Ehrgeiz

Vermeulen gibt sich kämpferisch: "Ich bin Kampfsportlerin. Wir machen Bruchtest im Taekwondo. Und im Bruchtest denkt man sich immer: Hinters Brett! Und deswegen denke ich: 23 Prozent. Das ist meine Latte, die will ich erreichen."

Auch Bender in Freiburg will sich für seine Partei ins Zeug legen: "Man hat gute Argumente. Wir sind gut ausgestattet. Und der Wahlkampf macht an sich Spaß. Deswegen ist es eine kurze Enttäuschung, aber dann geht man wieder raus und kämpft wieder weiter."

Aktuell in Baden-Württemberg