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Sicherheitsfragen nach tödlichem Skiunfall "Eine Schneekanone ist ein typisches Hindernis"

Der tödliche Unfall auf dem Feldberg wirft Fragen auf: Wer ist verantwortlich? Wie wird die Sicherheit auf unseren Pisten gewährleistet? Wir haben mit zwei Experten gesprochen.

Ski Unfall

Die häufigste Unfallursache: Fahrfehler, sagt Experte König

Verantwortlich für die Sicherheit der Skigebiete in Deutschland sind jeweils die Pistenhalter, sagte Helga Wagner, Justiziarin beim Verband Deutscher Seilbahnen, dem SWR. Dazu gehöre etwa, den Schwierigkeitsgrad einer Piste - von blau: leichte Piste bis schwarz: schwierige Piste - zu markieren, damit sich die Wintersportler daran orientieren können. Auch für die Randmarkierung von Pisten gebe es einschlägige Vorschriften. Für bestimmte Bereiche - etwa an sehr engen Stellen - müssten zudem Warnschilder aufgestellt werden.

"Für Masten von Skiliften und Schneekanonen sind Prallmatten vorgeschrieben", erklärte die Juristin dem SWR weiter. Deren spezielle Materialbeschaffenheit verhindere, dass etwa Feuchtigkeit eindringt, die bei winterlichen Temperaturen gefiert - was eine stoßdämpfende Wirkung verhindern würde.

Achtung bei Hindernissen

Nach Aussage von Andreas König, Sicherheitsexperte des Deutschen Skiverbandes (DSV), ist die Schaumstoff-Ummantelung der Schneekanone, an der sich der Unfall ereignet hat, zudem noch mit einer Signalfarbe markiert, um sie besser sichtbar zu machen.

DSV-Sicherheitsexperte Andreas König

DSV-Sicherheitsexperte Andreas König

"Eine Schneekanone ist ein typisches Hindernis, mit dem Wintersportler auf einer Piste rechnen müssen. Genauso wie mit Liftmasten, Lifthäuschen oder einem Zaun - das gehört auf der Piste einfach mit dazu. Und auch eine gewisse Eigenverantwortung gehört zum Wintersport: Solche Hindernisse müssen bei der Abfahrt mitbedacht werden", betonte König.

"Da war alles optimal"

Der Experte bestätigte dem SWR, dass alle Sicherheitsmaßnahmen am Feldberg vorschriftsmäßig erfüllt waren. Der DSV überprüft Skigebiete in Deutschland und vergibt gegebenenfalls das Prädikat "Geprüftes Skigebiet". Die DSV-Expertenteams seien "mit Argusaugen unterwegs - gerade auch, was die Sicherheit von Masten der Lifte und Schneekanonen betrifft." Die Standards würden alle drei Jahre überprüft. Der Feldberg ist ein solch geprüftes Skigebiet, die Überprüfung habe erst vergangenes Jahr stattgefunden: "Da war alles optimal", betonte König.

Experte: Fahrfehler häufig Ursache für Unfälle

Der tödliche Unfall am Feldberg hat sich an einem relativ flachen Hang ereignet. Andreas König kennt das Skigebiet sehr gut. Er kann sich nur schwer erklären, wie es ausgerechnet dort zu einem derartigen Unglück kommen konnte: "Solche Unfälle an Schneekanonen sind äußerst selten. Meistens spielen Fahrfehler dabei eine Rolle. Am Feldberg kann man zwar auch noch an dieser nicht sehr steilen Stelle ein hohes Tempo haben, doch es hieß ja bereits, dass die beiden Skifahrer nur mit mittelschneller Geschwindigkeit unterwegs waren. Die Schneekanone ist an dieser Stelle fest installiert - wie gesagt: Als Wintersportler muss man solche Hindernisse in sein Verhalten miteinbeziehen."

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