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Prüfungen in Mathe & Co. Wissenstests für Flüchtlingskinder

Flüchtlingskinder sollen in Baden-Württemberg künftig in Mathematik und anderen Fächern getestet werden. Damit will das Kultusministerium ihren jeweiligen Leistungsstand ermitteln.

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2:02 min | Mo, 11.1.2016 | 18:00 Uhr | SWR Fernsehen BW

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Bildungsstand von Flüchtlingen

Land will Kinder testen

Baden-Württemberg will als erstes Bundesland herausfinden, wie gut die Flüchtlingskinder im Land gebildet sind. Kultusminister Stoch (SPD) möchte die jungen Flüchtlinge mit passenden Angeboten qualifizieren. 

"Das wird neu und innovativ sein", sagte Kultusminister Andreas Stoch (SPD) am Montag vor einer Fachtagung über die Ausbildung junger Flüchtlinge. Mit dem Test sollen die Jugendlichen schneller einer Schulklasse zugeordnet werden können, die ihrem Leistungsniveau entspricht. Der Check soll ab Mitte Februar beginnen, spielerisch am Computer erfolgen und ohne große Deutschkenntnisse möglich sein.

Mit Hilfe der Daten aus dieser Bildungsbiografischen Ersterfassung (BBE) könnten Schulverwaltung und Schulen etwa entscheiden, an welcher konkreten Schule oder in welcher Vorbereitungsklasse (VKL) ein junger Flüchtling seinen Bildungsweg in Baden-Württemberg fortsetzen könne. "Wir müssen hier differenziert steuern, weil die Voraussetzungen, die die jungen Flüchtlinge mitbringen, sehr heterogen sind", erklärte Staatssekretärin Marion von Wartenberg.

"Bundesweite Vorreiterrolle"

Das Bundesbildungsministerium stellt dem Land Baden-Württemberg für dieses Projekt zwei Millionen Euro für den Zeitraum 2016 bis 2018 zur Verfügung. Mit dieser Maßnahme nehme Baden-Württemberg eine bundesweite Vorreiterrolle ein, sagte von Wartenberg. Bisher lernen Flüchtlingskinder relativ isoliert in sogenannten Vorbereitungsklassen die deutsche Sprache. Nach den ersten Versuchen mit dem Bildungstest im Land (Potenzialanalyse) können nach Angaben des Kultusministeriums ab September andere Bundesländer die Verfahren übernehmen.

Die BBE soll laut Kultusministerium im Lauf des Januar 2016 im Registrierungszentrum Heidelberg im Regelbetrieb starten. Ein Probe-Verfahren seit Mitte November 2015 in der Landeserstaufnahmeeinrichtung Meßstetten habe gezeigt, dass die Methode erfolgversprechend sei.

Zustimmung bei der Bildungsgewerkschaft

Die Bildungsgewerkschaft GEW begrüßt die Pläne für Wissenstests. "Das kann dazu beitragen, die Kinder schneller in die Schule zu bringen", sagte GEW-Landesgeschäftsführer Matthias Schneider. Dass in Baden-Württemberg bis zu sechs Monate vergehen dürfen, bevor ein Kind die Schule besucht, habe die GEW schon in der Vergangenheit kritisiert.

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