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Prozess gegen Ex-Porsche-Manager Haftstrafe und Millionengeldbuße gefordert

Im Porsche-Prozess fordert die Staatsanwaltschaft für die Angeklagten sowohl Haftstrafen als auch hohe Geldbußen. Der frühere Porschechef Wiedeking soll demnach zwei Jahre und sechs Monate ohne Bewährung erhalten.

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1:15 min | Do, 18.2.2016 | 19:30 Uhr | SWR Fernsehen BW

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Porsche-Prozess in Stuttgart

Ex-Manager sollen zahlen und in Haft

Im Prozess gegen den früheren Porsche-Chef Wiedeking und Ex-Finanzvorstand Härter hat die Staatsanwaltschaft Stuttgart Freiheitsstrafen und Geldbußen in Höhe von je einer Million Euro gefordert.

Für Ex-Finanzvorstand Härter wurden am Donnerstag zwei Jahre und drei Monate gefordert. Geht es nach der Stuttgarter Staatsanwaltschaft, kommen auf Wendelin Wiedeking und Härter außerdem hohe Geldbußen zu. Die forderte die Staatsanwaltschaft im ersten Teil der Verhandlung am Vormittag. In dem Verfahren sind zwei verschiedene Anklagen wegen Marktmanipulation gebündelt.

Wegen angeblicher Verschleierung von VW-Übernahmeplänen im Jahr 2008 hatte die Staatsanwaltschaft zu Beginn des Prozesstages eine Geldbuße von jeweils einer Million Euro für die Angeklagten gefordert. Damit verzichtete die Anklage darauf, die Tat als Straftat zu werten. Dem bisherigen Plädoyer zufolge geht es nur noch um eine Ordnungswidrigkeit. Die beiden Angeklagten weisen die Vorwürfe von sich, ihre Verteidigung pocht auf einen Freispruch.

Die Dachgesellschaft Porsche SE, deren Chefs Wiedeking und Härter damals waren, soll 807 Millionen Euro Strafe zahlen, schließlich habe die Firma durch die Marktmanipulation Verluste vermieden, so die Ankläger.

Es geht um die VW-Übernahmeschlacht im Jahr 2008

Im Mittelpunkt des Verfahrens steht die heiße Phase der VW-Übernahmeschlacht 2008. Porsche wollte damals drei Viertel von Volkswagen übernehmen und mit einem Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag den Branchenriesen beherrschen. Doch es kam anders. Die Porsche SE verschuldete sich stark und musste ihre Autoproduktion schließlich an VW verkaufen. 2009 räumten Wiedeking und Härter ihre Posten. Hedgefonds verloren durch Kursschwankungen der VW-Aktie Milliarden. Aus deren Sicht waren die Marktmanipulationen von Wiedeking und Härter der entscheidende Grund.

Wann fiel die Entscheidung zur VW-Übernahme?

Knackpunkt ist die Frage, wann der Beschluss zur 75-Prozent-Übernahme von VW fiel. Die Staatsanwaltschaft meint, schon Anfang März, Wiedeking und Härter behaupten, erst Ende Oktober. Zwischen den beiden Zeitpunkten hatte Porsche in Pressemitteilungen und Statements mehrfach beteuert, VW nicht beherrschen zu wollen. 

Zeugenaussagen nicht hilfreich für Anklage

Wiedekings Verteidiger Walther Graf zeigte sich nach den dreistündigen Ausführungen der Staatsanwaltschaft verwundert. "Im Verfahren hat kein einziger Zeuge die Vorwürfe gestützt." Die Staatsanwälte beriefen sich nur auf Indizien, die sie bewusst missverstünden.

Die Staatsanwaltschaft hatte sogar eingeräumt, dass die Zeugen in dem seit Oktober laufenden Verfahren die Anklagepunkte nicht untermauern konnten. Dennoch hält sie Wiedeking und Härter für schuldig. Dabei verwies sie auf E-Mails, Präsentationen und Protokolle.

Das Urteil soll am 4. März fallen.

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