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Pläne der Landesregierung BW Mehr Fahrräder gegen Feinstaub

Nicht nur nach Silvester ist Feinstaub ein Thema in Stuttgart. Baden-Württembergs Landesregierung will die Luftverschmutzung deutlich senken - mit dem Fahrrad als altbekanntem Heilmittel.

Ein Fahrradfahrer fährt über einen Radweg

Fahrrad: gut fürs Klima, gut für die Gesundheit

Bis zum Jahr 2020 soll sich der Fahrradverkehr in Baden-Württemberg auf rund 16 Prozent verdoppeln, zum einen, weil Radfahren gesund ist. Zum anderen vor allem, um die hohe Luftverschmutzung im Land zu verringern. Der Feind heißt Feinstaub - er ist besonders in Stuttgart ein Problem, aber nicht nur dort.

"Was wir brauchen, ist eine neue Radkultur", sagte Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne). "Lange Zeit war in der Stadtentwicklung das Leitbild der autogerechten Stadt vorherrschend. Die Bedürfnisse der Radfahrer kamen zu kurz", meinte er.

Mit dem Rad zur Arbeit?

Vor allem in der Landeshauptstadt sieht Hermann Nachholbedarf. Im Laufe des Monats will er dazu eine neue Strategie vorstellen, mit der die Situation der Radfahrer im Straßenverkehr verbessert werden soll. Das Ziel: Die Baden-Württemberger sollen auch zur Arbeit mit dem Rad fahren. Bisher sind sie nämlich vor allem Freizeitradler.

In Stuttgart soll seit 2002 ein Fahrradbeauftragter für einen Ausbau des Netzes sorgen. Das Netz mit separaten Radwegen und Radfahrstreifen sei inzwischen 180 Kilometer lang, sagte der zuständige Claus Köhnlein. Zum Vergleich: Im Jahr 1990 waren es noch 68 Kilometer. Das Netz der Hauptradrouten solle in den nächsten Jahren weiter auf insgesamt 240 Kilometer wachsen.

Autofahrer besonders gefährdet

Wer befürchtet, als Fahrradfahrer erst recht dem Feinstaub auf der Straße ausgesetzt zu sein, der darf beruhigt sein: Schon vor ein paar Jahren haben Wissenschaftler der Weltgesundheitsorganisation herausgefunden, dass Radfahrer weniger giftige Gase aufnehmen als Autofahrer.

Denn fahrende Autos erzeugen ein Vakuum, das den Feinstaub ansaugt. Außerdem bläst die Belüftung zusätzlichen Feinstaub in den Innenraum. Von daher sind Insassen eines geschlossenen Fahrzeuges einer besonders hohen Feinstaubbelastung ausgesetzt.

CDU sieht kein Allheilmittel

Die CDU warnte derweil vor einer Überbetonung des Radverkehrs. "Die einseitige Bevorzugung von Fahrradwegen löst nicht die Verkehrsprobleme des Landes", sagte der Spitzenkandidat der Partei zur Landtagswahl, Guido Wolf, einer Mitteilung zufolge.

"Wir setzen auf eine Verkehrspolitik, die für jede Strecke das passende Verkehrsmittel bereitstellt. Dazu gehört das Auto genauso wie die Schiene", erklärte Wolf.

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