Bitte warten...

"Verlogene Flüchtlingspolitik" AfD-Chefin kritisiert katholische Bischöfe

Die katholischen deutschen Bischöfe haben Leitsätze für die kirchliche Flüchtlingsarbeit verabschiedet. Zuvor gab es auf der Bischofskonferenz im Kloster Schöntal allerdings Misstöne. Gestreut von AfD-Chefin Petry.

Die Bundesvorsitzende der Alternative für Deutschland (AfD), Frauke Petry und der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx

Scharfer Ton zwischen Kardinal Marx und AfD-Chefin Petry (Archiv)

Die Vorsitzende der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland (AfD), Frauke Petry, übte scharfe Kritik an den katholischen deutschen Bischöfen wegen ihrer Haltung in der Flüchtlingsfrage. In der "Stuttgarter Zeitung" (Donnerstagsausgabe) sagte sie, sie halte die Position der Kirche für verlogen. Zuvor hatte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, der AfD vorgeworfen, eine "radikale Hasssprache" zu sprechen und Gräben in der Gesellschaft aufzureißen.

"Mehr für Muslime als für eigene Glaubensbrüder"

Petry wies dies zurück. Sie sagte der Zeitung, es sei kein guter Stil, dass die Kirche die AfD als menschenverachtend bezeichne und das Gespräch mit ihrer Partei verweigere. Sie forderte die Bischöfe auf, sich mit den Folgen der Flüchtlingsbewegung auseinanderzusetzen, und hielt ihnen vor, sich zu wenig um Hilferufe ihrer christlichen Mitbrüder im Mittleren Osten zu kümmern. Angesichts der Christenverfolgungen in vielen Ländern müssten die Kirchen stärker einschreiten, betonte Petry. Wörtlich sagte sie: "Inzwischen erheben einige Amtsträger der deutschen Kirchen ihre Stimme offenbar mehr für Muslime als für eigene Glaubensbrüder.

"Frech und unangemessen"

Der religionspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Volker Beck, nahm die Kirchen gegen Petrys Vorwürfe in Schutz. Er nannte die Kritik "frech und unangemessen". "Die AfD muss damit leben, dass das Christentum sich nicht für eine chauvinistische Sicht auf die Welt eignet. Wenn sie kritisiert, dass die Bischöfe sich nicht darauf einlassen, verfolgte Christen und Muslime gegeneinander auszuspielen, dann wirft sie ihnen im Kern ihr Christsein vor."

Bischöfe verbschieden Papier für Flüchtlingsarbeit

Unterdessen haben die Bischöfe zum Ende ihrer Konferenz im Kloster Schöntal Leitsätze für die kirchliche Flüchtlingsarbeit verabschiedet. Das bisherige Engagement soll fortgesetzt und ausgeweitet werden. Christen setzten sich mit Entschiedenheit für die Anliegen der Flüchtlinge und Asylsuchenden ein", heißt es in dem Papier.

Die Bischöfe unterstreichen, die Würde jedes Einzelnen müsse unabhängig von Herkunft und Stand, Religion und Weltanschauung, Geschlecht und sexueller Orientierung bewahrt bleiben. Als entscheidende Voraussetzung für eine Integration bezeichnen die Bischöfe das Erlernen der deutschen Sprache. In Asylbewerberheimen dürften Christen wegen ihres Glaubens weder ausgegrenzt noch bedrängt werden.

Aktuell in Baden-Württemberg