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Machtkampf in der Landes-CDU Strobl und Wolf beteuern Geschlossenheit

CDU-Landeschef Thomas Strobl und Fraktionschef Guido Wolf haben offiziell ihre Streitigkeiten über die Leitung der Verhandlungsgespräche mit den Grünen beigelegt.

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2:30 min | Mo, 21.3.2016 | 19:30 Uhr | SWR Fernsehen BW

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Führungsdiskussionen in der CDU

"Wir ringen jetzt nicht um einen Hut"

Guido Wolf hat als CDU-Spitzenkandidat ein historisches Wahldesaster eingefahren. Von Rücktrittsforderungen will er aber nichts hören. Und auch bei den Sondierungsgesprächen will er Strobl nicht den Vortritt lassen.

Beim Austausch mit der Partei von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) gehe es darum, möglichst viele CDU-Positionen durchzusetzen, teilten Strobl und Wolf am Montagnachmittag in Stuttgart mit. "Das geht nur geschlossen, und deshalb müssen die Personaldebatten nun ein Ende haben", betonten die beiden.

Im SWR sagte Strobl, dass Wolf als Fraktionschef sein "volles Vertrauen" genieße und die Partei angesichts der anstehenden Verhandlungen mit den Grünen besseres zu tun habe, "als um solche Nickligkeiten zu streiten", so Strobl.

Wolf hatte zuletzt trotz der historischen CDU-Wahlniederlage angekündigt, als Verhandlungsführer in die Gespräche über mögliche Koalitionen gehen zu wollen. Damit löste er Widerstand aus - allerdings bisher nur von Unionspolitikern aus der zweiten Reihe. Wolf hatte am Samstag in Stuttgart darauf verwiesen, dass er noch am Dienstag mit 81 Prozent Zustimmung als Fraktionsvorsitzender bestätigt worden sei - nach geheimer Wahl.

Der CDU-Spitzenkandidat sei "verbrannt", sagte der Kreisverbandsvorsitzende Neckar-Odenwald, Ehrenfried Scheuermann, den "Stuttgarter Nachrichten" (Samstagsausgabe). "Da geht nichts mehr, deshalb muss er jetzt die Konsequenzen ziehen und zurücktreten." Der CDU-Bundestagsabgeordnete Kai Whittaker sagte den "Badischen Neusten Nachrichten" (Samstagsausgabe), er habe sich für Wolfs Auftritt "geschämt". "Ich hätte mir am Wahlsonntag gewünscht, dass man nicht nur von Demut spricht, sondern sie auch lebt", sagte Whittaker der Zeitung.

Klare Worte von Strobl

In der Montagsausgabe der "Welt" kritisierte auch Strobl Wolfs Führungsanspruch. Die CDU habe "kein schlechtes, sondern mit einem Verlust von zwölf Prozentpunkten ein sehr schlechtes Wahlergebnis." Strobl gab auch der CSU eine Mitschuld am Wahldebakel. "Es ist vor allem die Art und Weise gewesen, wie CSU und CDU miteinander gestritten haben, die viele Menschen abgestoßen hat."

Die CDU will an diesem Dienstag in ihrer Landtagsfraktion und im Landesvorstand darüber diskutieren, ob es sinnvoll ist, mit den Grünen über die Bildung der bundesweit ersten grün-schwarzen Landesregierung zu sprechen. Wolf hatte im Vorfeld bereits bekräftigt, dass er nicht an einen Rücktritt denke. "Ich bin ein Mensch, der zur Selbstkritik fähig ist. Aber ich bekomme auch unheimlich viel Zustimmung", sagte er.

Grün-Schwarz am wahrscheinlichsten

Bei der Landtagswahl am 13. März war die CDU erstmals seit Jahrzehnten nicht mehr stärkste Partei geworden. Kretschmanns Grüne überholten die CDU und erreichten mehr als 30 Prozent der Stimmen. Eine grün-schwarze Koalition unter der Führung von Regierungschef Winfried Kretschmann (Grüne) mit der CDU als Juniorpartner gilt derzeit als einzige noch mögliche Option.

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