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Nach Silvester-Übergriffen in Stuttgart Weitere Anzeigen bei der Polizei eingegangen

Bislang galt die Attacke auf zwei Frauen auf dem Stuttgarter Schlossplatz als Einzelfall. Am Dienstag und auch am Mittwoch gingen aber weitere Anzeigen bei der Polizei ein. Landesinnenminister Gall fordert ein Umdenken bei den Sicherheitsbehörden.

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2:02 min | Di, 5.1.2016 | 19:30 Uhr | SWR Fernsehen BW

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Übergriffe auf Frauen

Wie geht BW mit den Vorfällen um?

"Es wird dazu führen, dass Vorurteile geschürt werden", warnt Innenminister Reinhold Gall (SPD). Falls Asylbewerber an den Übergriffen beteiligt waren, müsse konsequent gehandelt werden.

Auch am Mittwoch seien weitere Anzeigen eingegangen, bestätigte ein Sprecher der Polizei dem SWR, die Auswertung laufe aber noch. Bereits am Dienstag war "eine Hand voll" weiterer Anzeigen von Frauen eingegangen, denen nach eigenen Angaben in der Silvester-Nacht auf dem Schlossplatz Ähnliches widerfahren ist. Generell will sich die Polizei Stuttgart bis zum Ende der Auswertung aber zurückhalten, noch müsste untersucht und abgeglichen werden. Gegen Vergleiche mit den Ereignissen in Köln verwahrt man sich in der Schwabenmetropole bislang.

Nach und nach könnte sich aber ein neues Bild ergeben Laut "Stuttgarter Zeitung" geht man bei der Polizei davon aus, "dass die Zahl auch deshalb weiter ansteigt, weil die Berichterstattung in den Medien immer umfänglicher wird." Bisher war bekannt, dass in der Silvester-Nacht auf dem Stuttgarter Schlossplatz zwei 18 Jahre alte Frauen von etwa 15 Männern umringt, sexuell belästigt und beraubt worden waren. Die Gruppe habe erst von den beiden Frauen abgelassen, als ihnen Passanten und ein Türsteher zu Hilfe gekommen waren. Zeugen beschrieben die Männer als "arabischen Aussehens mit schwarzen Haaren".

"Neue Dimension und neue Qualität"

Der baden-württembergische Innenminister Reinhold Gall (SPD) sagte am Dienstag im SWR, er nehme die Vorkommnisse in Hamburg, Köln und Stuttgart mit Sorge zur Kenntnis. "Es handelt sich dabei offensichtlich um eine neue Dimension und um eine neue Qualität, die auf gar keinen Fall akzeptiert werden kann. Die Sicherheitsbehörden müssen sich entsprechend darauf einstellen." Die Sicherheitsbehörden vor Ort seien ebenso überrascht, "dass dort offensichtlich gezielte Aktionen in diesem Ausmaß gestartet wurden."

"Vorfälle unterscheiden sich deutlich in ihren Dimensionen"

Rüdiger Seidenspinner, im Hintergrund der Schlossplatz in Stuttgart am Silvesterabend.

Seidenspinner fordert Konsequenzen, Gall spricht von einer neuen Dimension

Der Chef der baden-württembergischen Polizeigewerkschaft (GdP), Rüdiger Seidenspinner, unterschied die Fälle von Hamburg und Köln jedoch von denen in Stuttgart. "Die Vorfälle unterscheiden sich stark in ihren Dimensionen", sagte er am Dienstag im SWR. Am Kölner Hauptbahnhof sollen in der Silvesternacht Dutzende Frauen aus einer Gruppe von etwa 1.000 Männern heraus angegriffen, beraubt und sexuell belästigt worden sein.

"So was hab ich in meinem Lebtag noch nicht gehört", sagte Seidenspinner. Die Übergriffe sorgten bundesweit für Entsetzen. Nach Zeugenaussagen sollen die Kölner Angreifer aus Nordafrika stammen.

Bei schweren Straftaten: Abschiebung

Als Konsequenz der Kölner Gewalttaten forderte Seidenspinner, die Videoüberwachung auf größeren Plätzen zu verstärken. Außerdem müssten bei künftigen Großereignissen wie Karneval mehr Polizisten im Einsatz sein. Zudem warnte Seidenspinner ausländische Täter: Straftaten würden bestraft "und bei ganz schweren Straftaten gehört auch die Abschiebung dazu".

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