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Mannheim Richter verhängen Bewährungsstrafe Beim Liebesspiel an Salatgurke erstickt

Eine Frau erstickt beim Sex an einer Salatgurke. Vor Gericht sagt ihr 46-jähriger Freund, Atemnot sei immer Teil des Liebesspiels gewesen. Am Dienstag wurde der Mann verurteilt.

Amtsgericht Mannheim

Amtsgericht Mannheim

Die Richter verhängten eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und acht Monaten wegen fahrlässiger Tötung. Außerdem muss der Mann eine Geldstrafe von 6.000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung bezahlen. Der Angeklagte habe leichtfertig gehandelt, sagte der Richter. Das Gericht schloss sich mit dem Urteil der Forderung der Staatsanwaltschaft an. Die Verteidigung hatte Freispruch gefordert.

Paar war betrunken

Im Sommer vor zwei Jahren hatte sich der Mann Samstagsnachmittags in seiner Wohnung in Mannheim mit seiner Geliebten getroffen, seine Ehefrau war übers Wochenende verreist. Die beiden hatten schon seit Jahren eine Affäre. Beide tranken Alkohol. Bei der Frau wurden später 2,8 Promille nachgewiesen. Beim Liebesspiel steckte der Mann eine halbe Salatgurke in den Rachen der Frau - und zwar mit ihrer Zustimmung, wie der 46-Jährige erklärte.

"Übliche Sexualspielart"

Solche Sexualpraktiken gehörten zu den üblichen Spielarten des Paares, hatte der gelernte Versicherungskaufmann zum Prozessauftakt im Februar erklärt. Seine Freundin sei durch Würgen beziehungsweise Atemnot sexuell erregt worden. Diesen Zustand habe er bei ihr aber immer nur höchstens fünf bis zehn Sekunden lang herbeigeführt. Am Tatabend im Sommer 2014 sei er dann aber abgelenkt worden - und zwar durch Brandgeruch aus der Küche. Ursache war nach Angaben des Mannes Essen auf dem Herd, das er vergessen hatte.

Auf Balkon Zigarette geraucht

Der Mann lief in die Küche, um das Essen vom Herd zu nehmen. Danach habe er auf dem Balkon noch eine Zigarette geraucht und sei dann zurück zu seiner Freundin. Sie sei zu diesem Zeitpunkt - rund zehn Minuten nachdem er sie alleine gelassen hatte - bereits bewusstlos gewesen. Sie sei offenbar nicht in der Lage gewesen, die tief in ihrem Rachen steckende Salatgurke selbst zu entfernen.

Starker Alkoholkonsum

Ein Grund dafür könnte der starke Alkoholkonsum der Frau an dem Tag gewesen sein. Später wurde ein Wert von 2,8 Promille gemessen, beim Angeklagten knapp 2,4 Promille. Vor dem Liebesspiel hatte das Paar nach Angaben des Mannes drei Liter Wein getrunken und dazu noch Schnaps. Der Angeklagte hatte zunächst die Polizei alarmiert und war mit der Rettungsleitstelle verbunden worden. Dort landete er aber zunächst in der Warteschleife. Der Mitarbeiter der Leitstelle gab dem Mann schließlich Anweisungen, wie er die Atmung der Frau wieder in Gang bringen könnte. Ohne Erfolg.

Frau starb im Krankenhaus

Auch die Notärztin konnte später nicht mehr helfen. Die Frau kam nicht mehr zu sich und starb zwei Wochen später im Krankenhaus. Der 46 Jahre alte gebürtige Münchener sagte, er sei alkoholabhängig und leide an einer psychischen Störung. "Es war ein tragischer Unglücksfall, den ich sehr bereue", sagte der Mann im Gerichtssaal.

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