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Baby-Mord vor Frankenthaler Landgericht Mutter empfand Beziehung als "Folter"

Im Prozess gegen einen Mann, der im Mai sein Baby aus dem zweiten Stock geworfen und damit getötet haben soll, hat am Montag die Mutter des Babys ausgesagt. Ihre Schilderungen klangen schockierend.

Richtertisch mit Akten

Prozessakten im Gerichtssaal (Symbol)

Die 20-jährige Frau tritt in dem Verfahren als Nebenklägerin auf. Am Vormittag ging es im Gerichtssaal vor allem um ihre damalige Beziehung zu dem Angeklagten. Sie berichtete, der Angeklagte sei am Tattag in aggressiver Stimmung in das Schlafzimmer gestürmt und gewalttätig geworden. Ihre Beziehung sei von Eifersucht, Gewaltausbrüchen und Drogensucht des Angeklagten geprägt und eine "Folter" gewesen.

Im Laufe der zwei Jahre währenden Beziehung habe der Mann sie immer wieder beleidigt, geschlagen und vergewaltigt. Das habe ihn sexuell erregt. Sie habe den Drogenabhängigen verlassen wollen. Der Mann habe aber glaubhaft gedroht, ihre Familie zu töten. Seine Kinder habe er als "Last empfunden". Die Frau sagte weiter aus, die Beziehung zu dem Mann sei "schlimmer als ein Gefängnis" gewesen.

Geständnis zu Prozessbeginn

Der 32 Jahre alte Angeklagte soll zur Tatzeit unter dem Einfluss von Kokain gestanden haben. Der Mann soll auch die Mutter des Kindes - seine damalige Lebensgefährtin - und einen Besucher verletzt haben, außerdem eine weitere Tochter. Die Taten an den Kindern hatte der Angeklagte bei Prozessbeginn gestanden. Die Anklage wirft ihm neben dem Babymord auch versuchten Mord an der zweiten Tochter sowie gefährliche Körperverletzung und Geiselnahme vor.

Zweifel an gezeigter Reue

In einer von seinem Anwalt verlesenen Erklärung hatte der Mann auch Reue gezeigt und um eine gerechte Strafe gebeten. Er trage schwer an seiner Schuld, ließ der Angeklagte seinen Verteidiger zum Prozessauftakt vorlesen. Der Anwalt der Nebenklage, der die Kindsmutter vertritt, hat allerdings Zweifel an der Reue des Mannes geäußert.

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