Bitte warten...

Nach Titelgewinn droht Katastrophensaison Können die Adler den Sturzflug beenden?

Die Adler Mannheim haben sich nach einer schlimmen Hauptrunde in die Pre-Playoffs gerettet. Dort warten ab Mittwoch die Kölner Haie. Dort kann der Meister möglicherweise wieder einen prominenten Rückkehrer einsetzen.

Enttäuschung bei den Adler Mannheim über die Niederlage in Düsseldorf

Enttäuschten in der Hauptrunde: die Adler

Mit einer deftigen 0:4 (0:0, 0:2, 0:2)-Pleite bei den Eisbären Berlin beendete der amtierende Champion am Sonntag eine völlig missratene Hauptrunde in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL). Als Tabellenzehnter konnten die Kurpfälzer gerade einmal vier Teams hinter sich lassen - ein Desaster.

Aber noch ist nicht alles verloren für die Mannheimer - die Playoffs machen es möglich. Ab Mittwoch treffen die Adler in den Pre-Playoffs - in denen die Mannschaften von Tabellenplatz sieben bis zehn um die zwei freien Plätze im Playoff-Viertelfinale kämpfen - auf die Kölner Haie. Im Modus "best of three" sind zwei Siege für das Weiterkommen nötig, die Kölner haben als Siebter der Hauptrunde zunächst Heimrecht (19.30 Uhr). Die zweite Partie findet am Freitag (19.30 Uhr) in Mannheim statt, ein eventuell nötiges drittes Spiel am Sonntag (14.30 Uhr) wieder in Köln.

Kann Goc gegen Köln wieder spielen?

Dabei können die Mannheimer möglicherweise wieder auf Rückkehrer Marcel Goc zurückgreifen. Die Entscheidung, ob der Stürmer bereits am Mittwoch im ersten Duell bei den Kölner Haien auflaufen kann, soll kurzfristig fallen. "Wenn der Trainer zu mir sagt, ich soll spielen, dann spiele ich auch", sagte Goc nach dem Training am Dienstag.

Der langjährige NHL-Profi war vor der Saison aus Nordamerika in die Deutsche Eishockey Liga zu den Mannheimern gewechselt. Schon zu Saisonbeginn hatte sich Goc am Unterkörper verletzt und war monatelang ausgefallen. Bei seiner Rückkehr im Februar zog sich der 32-Jährige erneut eine Verletzung zu. Goc absolvierte erst drei Partien in dieser Spielzeit.

Neue Aufgabe

"Die Hauptrunde ist zum Glück vorbei", meinte Adler-Stürmer Christoph Ullmann lapidar: "Jetzt haben wir eine neue Aufgabe vor der Brust." Nach Aufbruchsstimmung klang das nicht - und auch sonst gab es im Umfeld der Nordbadener eher Tristesse. "Ich kann mich über den Einzug in die Pre-Playoffs nicht freuen. Sehen Sie auf meinem Gesicht irgendeine Art von Freude?", erklärte Coach Craig Woodcroft auf Nachfragen von Medienvertretern.

Die vage Hoffnung der Mannheimer ist, dass sich der Gegner Köln in einer ähnlichen Lage befindet. "Die Saison ist auch für sie nicht nach Plan verlaufen", meinte Ullmann. Allerdings beendeten die Haie die Hauptrunde mit zwei Siegen und sicherten sich damit das Heimrecht in den Vor-Playoffs. "Die Haie haben in dieser Saison auch viele Heimspiele verloren", sagte Adler-Manager Teal Fowler, "aber sie befinden sich auf einem besseren Weg als wir."

Wichtige Spieler ausgefallen

Köln Lanxess Arena

Adler Kai Hospelt (l.) gegen den Hai Pascal Zerressen

Warum der hochkarätig und teuer besetzte Titelverteidiger (der Saisonetat wird auf zehn Millionen Euro geschätzt) bislang so bitter enttäuschte, ist vielen ein Rätsel. Das Meisterteam um den früheren NHL-Star Jochen Hecht blieb weitgehend zusammen und wurde namhaft verstärkt, unter anderem mit Nordamerika-Rückkehrer Goc. Zudem verletzte sich Nationaltorhüter Dennis Endras Ende Januar so schwer, dass er für den Rest der Saison ausfiel. Doch als Ersatz holten die Adler den ehemaligen Stanley-Cup-Sieger Ray Emery.

Einen Abgang konnten die Mannheimer indes nicht kompensieren: Für Meistertrainer Geoff Ward, der als Assistenzcoach der New Jersey Devils in die NHL zurückkehrte, fand sich kein gleichwertiger Ersatz. Erst scheiterte Greg Ireland, der Mitte Februar entlassen wurde. Jetzt versucht dessen Co-Trainer Woodcroft, die Mannschaft wieder auf Kurs zu bringen - bislang vergeblich. Unter dem 46-Jährigen gewannen die Adler nur zwei von acht Spielen.

Noch nie wurde ein Zehnter Meister

Bislang gab es übrigens noch kein Team, das sich als Vorrunden-Zehnter noch den Titel sichern konnte. In 14 von 35 Fällen holte der Erste nach der Hauptrunde auch die Meisterschaft, zuletzt in der vergangenen Spielzeit die Adler. Neunmal wurde der Vorrundenzweite Meister, zwölfmal gewann ein noch schlechter platziertes Team den Titel. Die bislang größte Überraschung gelang dabei dem ERC Ingolstadt, der sich 2014 nach Platz neun in der Hauptrunde noch die begehrte Trophäe sicherte - im Finale übrigens gegen Köln.


Der Playoff-Modus

Zum Auftakt der Playoffs um die 96. deutsche Eishockey-Meisterschaft kämpfen die Adler Mannheim gegen die Kölner Haie und der ERC Ingolstadt gegen die Straubing Tigers ab Mittwoch um die letzten beiden Viertelfinalplätze. Zwei Siege sind zum Weiterkommen nötig. Red Bull München, die Eisbären Berlin, die Iserlohn Roosters, die Grizzlys Wolfsburg, die Düsseldorfer EG und die Nürnberg Ice Tigers haben sich direkt für die Runde der letzten Acht qualifiziert.

Ab dem Viertelfinale gilt der Modus "best of seven". Wer zuerst vier Spiele gewonnen hat, kommt eine Runde weiter bzw. gewinnt den Titel. Bei Unentschieden nach 60 Minuten wird so lange in 20-Minuten-Abschnitten weitergespielt, bis ein Tor fällt ("sudden death"). Dabei wird anders als in der Vorrunde mit Fünf gegen Fünf gespielt.

Aktuell in Baden-Württemberg