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Teilnehmer aus ganz Europa angereist Kurden demonstrieren in Straßburg

In Straßburg haben sich am Samstag Tausende Kurden aus ganz Europa zu einer Kundgebung versammelt. Ihr Protestzug von Stuttgart nach Frankreich war von der Polizei gestoppt worden.

Polizei bei Kurdendemo

Nach dem Aus für ihren Marsch geleitete die Polizei die Demonstranten zum Rastatter Bahnhof

Die Demonstration findet anlässlich des Jahrestages der Verhaftung von Abdullah Öcalan statt. Der Chef der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK war am 15. Februar 1999 durch türkische Sicherheitskräfte festgenommen worden.

Kurden versammeln sich jedes Jahr in Straßburg zu einer Kundgebung. Die Demonstranten fordern ein Engagement der Europäer zum Schutz der Menschenrechte der Kurden in der Türkei. Außerdem verlangen sie die Freilassung Öcalans. Wegen der Spannungen zwischen Türken und Kurden wurden für die Veranstaltung dieses Mal verstärkte Sicherheitsvorkehrungen getroffen.

Situation eskalierte

Am Freitag war ein mehrtätiger Kurdenmarsch von Stuttgart nach Straßburg wegen Ausschreitungen auf der deutschen Seite gestoppt worden. Das Amt für öffentliche Ordnung in Stuttgart hatte die letzten beiden Etappen in Richtung Straßburg verboten, weil die Stimmung rund um den Marsch immer aggressiver geworden war. Die Sicherheit sei nicht mehr gewährleistet gewesen, begründete der Polizei-Einsatzleiter Michael Wernthaler am Freitag die Entscheidung.

Türkische Passanten und Anwohner hatten die rund 160 Teilnehmer des Marschs immer wieder provoziert. In Ettlingen flogen Steine und Flaschen. Die B3 zwischen Neumalsch und Ettlingen-Bruchhausen musste zeitweise gesperrt werden.

26 Menschen festgenommen

Bei der Ankunft am Donnerstagabend in Rastatt war es zu den größten Ausschreitungen gekommen. Nach neuen Provokationen warfen Kurden Steine auf Türken, eine Polizistin wurde dabei verletzt. Die Polizei löste die Versammlung auf und nahm 26 Menschen fest. Gegen sie und eine weitere Person wurden Strafverfahren eingeleitet, unter anderem wegen Landfriedensbruch und schwerer Körperverletzung.

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