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Evangelische Landeskirche in Baden Millionen für die Flüchtlingsarbeit

Die Evangelische Landeskirche in Baden investiert zusätzlich 11,2 Millionen Euro in die Arbeit mit Flüchtlingen. Nach Angaben des Landesbischofs ist es die größte Ausgabe für ein Einzelprojekt.

Spitze der Evangelischen Badischen Landeskirche

Die Spitze der Evangelischen Landeskirche Baden - in der Mitte Landesbischof Cornelius-Bundschuh

Das Geld soll in den kommenden drei Jahren vor allem in die Gemeinden der 25 badischen Kirchenbezirke fließen. Unter anderem sollen rund 20 neue Stellen geschaffen werden: Geplant ist eine Fachberatung für Flüchtlinge, aber auch ehrenamtliche Helfer sollen eingesetzt werden.

Nach Einschätzung von Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh wird die Flüchtlingshilfe eine langfristige Aufgabe in den Gemeinden werden. Die Fördermittel sollen zum Beispiel für juristische und seelsorgerische Fachberatung verwendet werden, aber auch für Projekte der Traumatherapie etwa für misshandelte Mädchen und Frauen. Gefördert und ausgebaut werden sollen Projekte, die es bislang vor Ort auch schon gab, wie Sprachkurse, Begegnungscafés oder die Unterstützung bei der Familienzusammenführung.

Der Landesbischof beklagte am Donnerstag im Gespräch mit dem SWR eine zunehmend fremdenfeindliche Haltung auch gegenüber kirchlichen Helfern. Kritik sei legitim, so der Bischof, aber mit der Fremdenfeindlichkeit werde eine Grenze überschritten, die die evangelische Landeskirche in Baden nicht akzeptiere.

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4:01 min

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Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh

Flüchtlingsarbeit und Anfeindungen

Von Heiner Kunold

Der evangelische Landesbischof in Baden, Jochen Cornelius-Bundschuh, erläutert im Interview, wie die zusätzlichen Millionen für die Flüchtlingsarbeit verwendet werden. Er spricht auch von Anfeindungen gegen Kirchenmitarbeiter.

Kundgebung gegen Fremdenfeindlichkeit am 16. Januar in Stuttgart

Daher ruft die Landeskirche gemeinsam mit einem Bündnis aus Gewerkschaften und Vereinen zu einer Kundgebung gegen Fremdenfeindlichkeit auf. Unter dem Motto "Wir sind die Vielen, die zusammenhalten" soll am 16. Januar auf dem Stuttgarter Schlossplatz ein Zeichen gegen Rassismus und Gewalt gesetzt werden.

Wie Cornelius-Bundschuh betonte, ist der respektvolle Umgang mit Flüchtlingen ein Kern des christlichen Glaubens. Deshalb setze sich die Kirche für eine offene und tolerante Gesellschaft ein und wende sich gegen jede Form von Fremdenfeindlichkeit.

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