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Jugendgefängnis Adelsheim Lange Haftstrafe nach Massenschlägerei

Im Sommer 2014 artete ein Hofgang in der Justizvollzugsanstalt Adelsheim aus. Bei einer Massenschlägerei wurden mehrere Beamten verletzt. Jetzt muss einer der Täter für fast sechs Jahre ins Gefängnis.

Mann wird abgeführt

(Symbolbild)

Der 19 Jahre alte Mann hatte bei der Massenschlägerei im Jugendgefängnis Adelsheim (Neckar-Odenwald-kreis) einen Wärter angegriffen. Das Landgericht Mosbach verurteilte ihn am Freitag wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung zu einer Jugendstrafe von fünf Jahren und zehn Monaten.

Die Jugendkammer blieb damit unter der Forderung der Staatsanwaltschaft, die eine Freiheitsstrafe von achteinhalb Jahren gefordert hatte. Die Verteidigung hatte beantragt, den Angeklagten freizusprechen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Streit zwischen rivalisierenden Gruppen

Bei dem Hofgang am 20. August 2014 waren zwei rivalisierende Gruppen von Gefangenen in Streit geraten. Dabei gingen nach Angaben der Staatsanwaltschaft mindestens 17 Häftlinge aufeinander los. Justizvollzugsbeamte schritten ein und wollten schlichten, wurden jedoch von den Gefangenen angegriffen. Sechs Aufseher wurden so schwer verletzt, dass sie dienstunfähig waren.

Der Angeklagte hatte nach Angaben der Ermittler einen Beamten mit dem Fuß mit voller Wucht gegen den Kopf getreten. Dabei soll es ihm egal gewesen sein, ob sein Opfer stirbt. Der Wärter wurde schwer verletzt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft war er monatelang dienstunfähig und entwickelte Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung.

Bereits mehrere junge Männer verurteilt

Ein 21-Jähriger musste für drei Jahre hinter Gitter. Einen 20-Jährigen verurteilte das Gericht zu acht Jahren Haft. Ein 19-Jähriger erhielt eine Jugendstrafe von fünf Jahren. Im September war bereits ein mutmaßlicher Rädelsführer zu einer Freiheitsstrafe von neun Jahren verurteilt worden.

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