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Neue Vorwürfe gegen Audi Schon wieder illegale Software?

Gegen Audi gibt es neue Vorwürfe in der Abgasaffäre. Die kalifornische Umweltbehörde soll wohl eine weitere illegale Softwarefunktion bei einem Audi-Motor entdeckt haben.

Audi A8 Produktion

Audi A8 Produktion

Laut der Zeitung "Bild am Sonntag" soll der Autohersteller Audi die illegale Software auch in Europa verwendet haben; entdeckt wurde sie an einem V6-Motor. Die Software soll Audi dafür verwendet haben, um CO2-Werte bei Diesel- und Benzinmotoren zu manipulieren. Demnach wäre die VW-Tochter Audi stärker in den Abgasskandal verstrickt als bislang bekannt.

Auf dem Prüfstand oder auf der Straße?

Dem Bericht zufolge konnten bestimmte Audi-Modelle mittels einer sogenannten Lenkwinkel-Erkennung unterscheiden, ob sie auf einem Rollenprüfstand sind oder auf der Straße fahren. Wird das Lenkrad nach dem Start nicht bewegt, aktiviere sich in Automatik-Getrieben ein Schaltprogramm, mit dem besonders wenig CO2 ausgestoßen wird. Dreht der Fahrer das Lenkrad dagegen, deaktiviere sich diese "Aufwärmstrategie". Das Fahrzeug laufe daraufhin mit einem anderen Schaltprogramm, das mehr Kraftstoff und CO2 verbraucht.

Die Lenkwinkel-Erkennung soll früheren Berichten zufolge auch Bestandteil der Software gewesen sein, mit der der VW-Konzern die Stickoxidwerte seiner Diesel geschönt haben soll. Der Einsatz auch zur Täuschung bei CO2-Werten wäre eine neue Dimension. Weder Volkswagen noch Audi wollten den Bericht kommentieren. Man verwies auf die laufenden Gespräche mit den US-Behörden. Audi-Chef Rupert Stadler hatte sich Anfang Oktober bei der Betriebsversammlung im Werk Neckarsulm optimistisch gezeigt, in den USA einen "Diesel-Deal" hinzukriegen.

Auch aus den Betriebsratsbüros des Audi Werks Neckarsulm hiess es heute: Kein Kommentar. Aus den Reihen von Gewerkschaftsmitgliedern war aber zu vernehmen, dass das nicht zu begreifen sei. Der Vorstand hätte schon zu Jahresbeginn alles auf den Tisch legen sollen und nicht scheibchenweise. Genau das hatte der Audi Betriebsrat in Neckarsulm schon vor einem Jahr gefordert: Eine lückenlose Aufklärung.

Dobrindt lässt Vorwürfe gegen Audi untersuchen

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) will die Berichte über Audi nun prüfen lassen. Denn bisher lägen zu den Vorwürfen keine Informationen der US-Umweltbehörde Carb vor, sagte ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums. Das Kraftfahrt-Bundesamt sei daher nun "angewiesen, dem Sachverhalt nachzugehen". Das bedeute, dass nun erst einmal Informationen beschafft würden, um sie anschließend zu bewerten.

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