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Nach Brand in Pfedelbach Gebäude muss abgerissen werden

Fast zwei Wochen ist es her, dass in Pfedelbach (Hohenlohekreis) ein Haus brannte, das eine Flüchtlingsunterkunft werden sollte. Nun steht fest: Das 200 Jahre alte Gebäude ist kaum noch zu retten.

Ein Haus, dessen Dachstuhl abgebrannt ist, vor einer Kirche

Das 200 Jahre alte, historische Gebäude muss abgerissen werden

Noch immer sind viele Pfedelbacher entsetzt, was da Mitte November in ihrer kleinen Gemeinde passierte: Das Haus brannte bei dem Feuer nahezu aus. Alles deutet auf Brandstiftung hin. Täter wurden bisher keine gefasst. Noch sind aber nicht alle Spuren des Brandanschlages ausgewertet.

Wie genau es mit dem Gebäude weitergeht, muss die Gemeinde entscheiden. Der Schaden ist mit rund 150.000 Euro so hoch, dass das Haus abgerissen werden muss. Es handelt sich um ein historisches Gebäude, das zwei Weltkriege überlebte. Vielleicht - so sagte Bürgermeister Torsten Kunkel dem SWR, könnte vom unteren Teil der Mauern noch etwas bewahrt werden.

Menschliche Lichterkette

Für die Pfedelbacher Bürger war die Tat ein Grund, am Samstag auf die Straße zu gehen und mit einer Demonstration zu zeigen, dass Fremdenfeindlichkeit dort keinen Platz hat. Sie versammelten sich, um gemeinsam zu beten, zu singen oder einfach nur Flagge zu zeigen - für Menschlichkeit.

Eine Menschenmenge auf einem Platz in Pfedelbach

Über 300 Pfedelbacher gegen Fremdenhass

Es war ein beeindruckendes Bild, mitten im Ortskern der kleinen Gemeinde: Über 300 Menschen setzten mit Kerzen und Windlichtern ein Zeichen. Mehrere hundert Meter weit schlängelte sich die menschliche Lichterkette im Dunkeln, durch den Ort, um die Kirche herum und bis hin zu dem Haus, das damals abbrannte. Jetzt sind nur noch die Mauern und ein verkohltes Gerippe vom Dach übrig.

Geschockt

Die Tat - für die Pfedelbacher noch immer unglaublich. Es sei eine absolute Katastrophe, was hier passiert sei. Sie sind geschockt, dass so etwas in ihrer direkten Nachbarschaft passieren kann und dass man Flüchtlingen, die nichts mehr haben, die Unterkunft verweigert, sagten sie.

Menschenbilden eine Lichterkette vor einer Kirche

Lichterkette gegen Fremdenhass

Friedlicher Verlauf

Die Veranstalter sind froh, dass sich so viele eingefunden haben - und vor allem, dass alles so friedlich ablief. Anfängliche Bedenken, Störenfriede, könnten bei der Demonstration aufkreuzen, bestätigten sich zum Glück nicht.

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