Bitte warten...

Aktionsprogramm nach Umweltkatastrophe So geht's weiter mit der Jagst

Nach dem massiven Fischsterben im vergangenen Sommer wurde am Mittwoch in Schöntal ein Aktionsprogramm für die Jagst vorgestellt. Das Land investiert rund 14 Millionen Euro.

Um das Video abspielen zu können, benötigen Sie Javascript. Bitte aktivieren Sie dies in Ihrem Browser.

1:34 min | Mi, 3.2.2016 | 18:00 Uhr | SWR Fernsehen BW

Mehr Info

Nach dem Fischsterben

Jagst muss gehegt und gepflegt werden

Nach einem Brand im August war mit dem Löschwasser Düngemittel in die Jagst gelaufen. Eine Umweltkatastrophe. Nun will Baden-Württemberg 14 Millionen Euro ausgeben, damit sich der Fluss wieder erholen kann.

Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) und Regierungspräsident Johannes Schmalzl (FDP) haben am Mittwochnachmittag in Schöntal-Bieringen (Hohenlohekreis) über das Aktionsprogramm informiert.

Demnach ist ein halbes Jahr nach dem Chemieunfall an der Jagst der baden-württembergische Umweltminister zuversichtlich, dass der Fluss wiederbelebt werden kann. Dafür will das Land rund 14 Millionen Euro bereit stellen.

Fischbestand von Parasiten befallen

Zunächst aber sollen weitere Risiken am Flusslauf analysiert und minimiert, Alarm- und Einsatzpläne optimiert werden. Dann soll eine vollständige und belastbare Schadenserhebung bis zum Frühjahr erarbeitet werden.

Die schlechte Nachricht ist, dass nach dem neusten vorläufigen Schadensbericht die Kiemen der überlebenden Fische in der Jagst stärker geschädigt sind, als bisher angenommen. Der Bestand ist größtenteils von Parasiten befallen und stark geschwächt.

In Jagsthausen wird zur Belüftung Wasser in die Jagst gespritzt

Rettungsmaßnahmen an der Jagst (Archivbild)

Wiederbelebung der Jagst

Die Jagst wurde in der Nacht vom 22. auf den 23. August 2015 nach einem Großbrand in Lobenhausen (Landkreis Schwäbisch Hall) mit hochgiftigem Löschwasser verunreinigt. Die Folgen waren verheerend: Das Ökosystem brach teilweise zusammen, rund 20 Tonnen Fische verendeten.

Breite Zusammenarbeit

Nachdem die Sofortmaßnahmen abgeschlossen waren, haben die Ministerien für Umwelt und Landwirtschaft das Regierungspräsidium Stuttgart damit beauftragt, ein Aktionsprogramm für die Jagst zu erstellen und umzusetzen.

Die Ausarbeitung des nun vorliegenden Konzepts erfolgte in enger Abstimmung mit der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden Württemberg (LUBW) und der Fischereiforschungsstelle (FFS) sowie den Landratsämtern Heilbronn, Hohenlohekreis, Schwäbisch Hall und Ostalbkreis.

Das Aktionsprogramm Jagst verfolgt grundsätzlich drei Ziele:

1. Eine Abschätzung des eingetretenen ökologischen Schadens und seine möglichst nachhaltige und vollständige Behebung.
2. Eine Entwicklung des Gewässers hin zu einer größeren Widerstandsfähigkeit, so dass mögliche zukünftige Schadensfälle weniger starke Auswirkungen verursachen.
3. Die Erfahrungen aus dem Schadensfall und den eingeleiteten Maßnahmen zur Schadensminimierung auszuwerten und für zukünftige Schadensfälle nutzbar zu machen.

Aktuell in Baden-Württemberg