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Verhandlung am Landgericht Ravensburg Kein Urteil im Bierstreit

Erneut standen sich am Freitag die Härle-Brauerei aus Leutkirch und ein Berliner Verband vor Gericht gegenüber. Im Streit um das Wort "bekömmlich" waren sie weit von einer Einigung entfernt.

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0:52 min | Fr, 22.1.2016 | 19:30 Uhr | SWR Fernsehen BW

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Bierstreit vor Landgericht Ravensburg

Ist Bier bekömmlich?

Nach einer gerichtlichen Verfügung darf das Bier einer Familien-Brauerei aus Leutkirch vorerst nicht mehr mit "bekömmlich" beworben werden. Doch der Brauereichef wehrt sich dagegen.

Beide beharrten vor dem Landgericht Ravensburg auf ihren Positionen. Das Gericht sprach am Freitag kein neues Urteil. Die Verkündung ist nun für den 16. Februar geplant.

Der "Verband Sozialer Wettbewerb" aus Berlin vertritt weiter die Meinung, dass Bier nicht mit dem Begriff "bekömmlich" beworben werden darf. Der Begriff sei eine gesundheitsbezogene Aussage, so die Organisation und verstoße daher gegen eine EU-Gesundheitsverordnung. Außerdem verschleiere er die Gefahren des Alkohols.

Brauerei versteht Bedenken nicht

Die Brauerei Härle argumentiert, "bekömmlich" sei ein neutraler Begriff, Bier ein Jahrtausende altes Lebensmittel. Es sei nicht gerechtfertigt, die Werbung mit dem Wort zu verbieten. Genau das hatte das Ravensburger Landgericht jedoch in seinem ersten Urteil vom August in einem Eilverfahren entschieden: Die Härle-Brauerei darf seither nicht mehr behaupten, ihr Bier sei "bekömmlich".

Problem bei Etiketten und Flaschen

Brauereichef Gottfried Härle ließ den Begriff daraufhin von Hand auf rund 10.000 Flaschen in seinem Lager streichen. Auch auf Bierdeckeln der Brauerei darf nicht mehr "bekömmlich" stehen.

Mehr als tausend Mails habe er seit dem Urteil bekommen, so Härle gegenüber dem SWR. Die meisten Biertrinker hätten mit Kopfschütteln reagiert. Schon beim ersten Urteil hatte der Brauereichef angekündigt, er wolle durch alle Instanzen gehen.

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