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"Legal Highs" in JVA Ravensburg Zwei Häftlinge in Lebensgefahr

Bei den Fällen von "Legal-High"-Konsum in Oberschwaben handelt es sich zum Großteil um Häftlinge des Gefängnisses in Ravensburg. Zwei Männer kamen in lebensbedrohlichem Zustand ins Krankenhaus.

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1:04 min | Do, 21.1.2016 | 19:30 Uhr | SWR Fernsehen BW

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"Legal Highs" in JVA Ravensburg

Häftlinge in Lebensgefahr

In der Justizvollzugsanstalt Ravensburg haben sich sechs Häftlinge mit sogenannten Kräutermischungen vergiftet - bei zwei von ihnen bestand Lebensgefahr.

Das sagte die Staatsanwaltschaft Ravensburg gegenüber dem SWR. Derzeit werde geprüft, ob die sechs Fälle in der JVA Hinzistobel in Ravensburg in Zusammenhang mit dem Tod einer Frau in Biberach stehen.

Die 48-Jährige war am vergangenen Donnerstag nach der Einnahme von "Legal Highs", auch "Kräutermischung" genannt, gestorben. Das teilte die Polizei erst jetzt mit.

Minister will Fall prüfen

Justizminister Rainer Stickelberger (SPD) sagte gegenüber dem SWR, der Vorfall werde untersucht. Das Ministerium prüfe auch, wie die Substanzen in das Gefängnis gelangt seien. Generell sei es das Ziel, Drogenschmuggel zu verhindern. Eine hundertprozentige Drogenfreiheit in Gefängnissen werde es jedoch nicht geben, so Stickelberger.

Oft gelangen die "Legal Highs" über Besucher in Haftanstalten, sie werden in Tabak gemischt und später geraucht.

Legal im Netz

Außerhalb von Gefängnissen können die Mischungen im Internet gekauft werden - meist ganz legal. Die Anbieter verschweigen, dass die Produkte berauschende Stoffe enthalten, damit diese nicht unter das Betäubungsmittelgesetz fallen. Laut Polizei werden die "Legal Highs" vor allem in der Drogenszene konsumiert. Immer wieder kaufen aber auch Jugendliche die "Kräutermischungen".

Verschiedene Kräutermischungen-Verpackungen liegen auf einem Tisch

Die bunten Verpackungen täuschen über den gefährlichen Inhalt hinweg. (Archiv)

Eine Gefahr - viele Begriffe: Die sogenannten "Kräutermischungen" werden auch als "Badesalze" oder "Düngerpillen" im Internet verkauft. Die Polizei spricht von "Legal Highs" oder von "neuen psychoaktiven Substanzen", kurz "npS". Der Konsum kann schwere gesundheitliche Folgen haben: Kreislaufversagen, Ohnmacht, Psychosen, Wahnvorstellungen, Muskelzerfall oder Nierenversagen. In vielen Mischungen findet man zum Beispiel synthetische Cannabinoide, die ähnlich im Gehirn andocken wie der Haschisch-Wirkstoff THC. In Deutschland ist der private Besitz von "Legal Highs" bislang nicht strafbar. Sie fallen auch nicht unter den Arzneimittelbegriff.

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