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Freie Plätze in Erstaufnahmestellen Zeit zum Durchatmen

Noch vor wenigen Wochen platzten die Erstaufnahmeeinrichtungen für Flüchtlinge im Land aus allen Nähten. Jetzt gibt es fast überall freie Plätze - doch ob das so bleibt, ist fraglich.

Es gibt wieder Platz in Deutschlands Erstaufnahmestellen

Offenbar herrscht wieder Platz in den Aufnahmestellen

Die Lage in den Erstaufnahmeeinrichtungen für Flüchtlinge in Baden-Württemberg hat sich in den vergangenen Wochen entspannt. Fast überall sind Plätze frei. Die vier Regierungspräsidien sind aber darauf vorbereitet, dass möglicherweise wieder mehr Flüchtlinge ins Land kommen, wie Sprecher bestätigten.

Woher kommt diese Entwicklung? Auf Nachfrage des SWR sagte Nikolai Worms vom Landes-Integrationsministerium: "Das könnte an drei Gründen liegen. Zum einen haben wir saisonal bedingt in den Wintermonaten immer weniger Zugänge", so Worms. "Zum anderen liegt es natürlich auch an der Asylpolitik und auch den verschärften Grenzkontrollen in Europa." Zum Vergleich: Im Dezember 2015 waren noch 22.649 Flüchtlinge nach Baden-Württemberg gekommen, jetzt im Januar waren es noch 15.198.

Derzeit viele Plätze frei

Im Bereich des Regierungspräsidiums Stuttgart sind den Angaben zufolge zurzeit rund 1.800 von 5.600 Plätzen belegt. In Karlsruhe liegt die Auslastung bei etwa zwei Drittel. In der Erstaufnahmeeinrichtung in Sigmaringen wohnen derzeit gut 1.300 Menschen, Platz ist dort für 3.400 Bewohner.

Nur die Landeserstaufnahmestelle Meßstetten (Zollernalbkreis) mit einer Kapazität von 1.500 Plätzen ist mit rund 1.450 Flüchtlingen fast voll belegt. In den verschiedenen Einrichtungen im Regierungsbezirk Freiburg sind aktuell knapp 2.000 von mehr als 7.700 Plätzen belegt. Allerdings werden eine Messehalle in Villingen-Schwenningen und eine Kaserne in Immendingen mit Platz für zusammen gut 2.200 Menschen im März geschlossen.

Ob und wann wieder mehr Flüchtlinge nach Deutschland und damit auch nach Baden-Württemberg kommen, darüber herrscht bei den Verantwortlichen Unklarheit. Eine Prognose gebe es nicht, sagte die Sprecherin des Regierungspräsidiums Karlsruhe, Irene Feilhauer. "Wir sind jedoch sehr gut auf einen erneuten eventuellen Anstieg von Flüchtlingen vorbereitet."

Auch neue Einrichtungen geplant

Ähnlich äußerte sich die Sprecherin des Regierungspräsidiums Stuttgart, Katja Lumpp. Der Flüchtlingszustrom sei nicht absehbar. "Daher können wir trotz des Aufbaus weiterer Erstaufnahmeeinrichtungen auch keine Aussage treffen, ob eine Überbelegung für die Zukunft völlig auszuschließen ist." Neue Erstaufnahmeeinrichtungen sind nach Angaben der Lenkungsgruppe in Herrenberg (Landkreis Böblingen) und Schwäbisch Hall geplant. Eine Sprecherin des Regierungsbezirks Tübingen sagte: "Wir sind auf Prognosen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge angewiesen."

Im Bereich des Regierungsbezirks Tübingen werde die ruhigere Zeit für bauliche und organisatorische Maßnahmen genutzt. "Was uns freut ist, dass wir in den Einrichtungen Stück für Stück Verbesserungen in der Unterbringung erreichen können", sagte die Sprecherin. So gebe es beispielsweise Räume der Stille, Wickel- und Stillräume, Bereiche für Kinderbetreuung und ähnliches.

Trennung nach Religion und Nationen

Bei der Verteilung der Flüchtlinge werde auf eine "ausgewogene und auf die unterschiedlichen Nationen ausgerichtete Unterbringung geachtet", sagte die Tübinger Sprecherin. Im Regierungsbezirk Freiburg würden Flüchtlinge nach Familien und Einzelpersonen getrennt, sagte Sprecher Matthias Henrich. Nur in wenigen Einzelfällen gebe es eine Trennung nach Herkunft oder Religion.

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