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Flüchtlingsunterkunft in Leimen Streit um "gute und schlechte Muslime"

In einer Flüchtlingsunterkunft in Leimen haben sich in der Nacht zum Sonntag bis zu 200 Menschen geprügelt. Laut Polizei ging es wohl darum, ob Muslime Alkohol trinken dürfen.

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0:59 min | So, 24.1.2016 | 18:00 Uhr | SWR Fernsehen BW

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Schlägerei in einer Flüchtlingsunterkunft in Leimen

Streit um Alkohol-Konsum eskaliert

In der Nacht auf Sonntag ist in einer Flüchtlingsunterkunft in Leimen ein Streit eskaliert. Rund zweihundert Flüchtlinge waren an der Prügelei beteiligt. Mehrere Menschen kamen verletzt ins Krankenhaus.

In einer Flüchtlingsunterkunft in Leimen (Rhein-Neckar-Kreis) hat es eine Massenschlägerei gegeben. Wie die Polizei Mannheim am Sonntag berichtete, kamen fünf Bewohner der Unterkunft mit Verletzungen ins Krankenhaus, zwei wurden stationär aufgenommen. Die Beamten gehen davon aus, dass es zwischen zwei ethnischen Gruppen zu einem Streit über unterschiedliche religiöse Ansichten gekommen war.

Demnach sei es darum gegangen, ob Muslime Alkohol trinken dürfen. Eine Gruppe von Flüchtlingen habe vermutlich einer anderen vorgeworfen, "schlechte Muslime" zu sein, weil sie Alkohol getrunken hatten. Dieser Streit eskalierte dann offenbar zu einer Schlägerei mit bis zu 200 Menschen. Zehn betrunkene Flüchtlinge wurden dann laut Polizei wegen aggressiven Verhaltens bis zur Ausnüchterung in Gewahrsam genommen. In der Unterkunft in Leimen leben insgesamt etwa 500 Flüchtlinge.

Lage schien Polizei zunächst weniger ernst 

Als der Notruf gegen 23.00 Uhr am Samstagabend bei der Polizei einging, schätzten die Beamten die Lage erst weniger ernst ein. Ein Sprecher sagte, es sei zunächst nur von "drei bis vier Beteiligten die Rede" gewesen. Nachdem die Polizisten im Flüchtlingsheim angekommen waren, forderten sie schnell Verstärkung an. Ein Großaufgebot konnte schließlich die Lage beruhigen. Insgesamt waren 32 Streifenwagen im Einsatz.

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