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Flüchtlingskinder in Baden-Württemberg Land will Bildungsstand untersuchen

Baden-Württembergs Kultusminister Stoch möchte die Vorbildung von Flüchtlingskindern schon in der Erstaufnahme erfassen lassen, um sie besser zu fördern. Auch die Lehrer sollen besser qualifiziert werden.

Eine gemischte Klasse, bestehend aus aus Zuwanderern, Flüchtlingen und ehemalige Flüchtlingen.

Land will besseren Unterricht für junge Flüchtlinge durch eine Bildungserfassung (Symbolbild)

Bisher hat Baden-Württembergs Landesregierung in der Erstaufnahmeeinrichtung Meßstetten im Zollernalbkreis die sogenannte Bildungsbiografische Ersterfassung getestet. Nun soll auch das Registrierungszentrum Heidelberg folgen, wie das Ressort von Kultusminister Andreas Stoch (SPD) mitteilte.

Dabei soll erhoben werden, welche schulischen Voraussetzungen, die jungen Flüchtlinge mitbringen, um ihnen ein passendes Angebot zu machen. Gefragt wird etwa, wie lange die Kinder in ihrem Heimatland in der Schule waren, wie gut sie lesen und schreiben können und welche Sprachen sie sprechen.

Land will weitere Lehrer für den Flüchtlingsunterricht gewinnen

In Baden-Württemberg werden derzeit etwa 30.000 junge Flüchtlinge in knapp 2.200 Vorbereitungsklassen unterrichtet. Die meisten besuchen eine Werkrealschule.

Damit die jungen Flüchtlinge ausreichend Unterricht bekommen, hat das Ministerium 30.000 pensionierte Lehrer angeschrieben. Mehr als 500 Pädagogen hätten sich bislang grundsätzlich bereiterklärt auszuhelfen, hieß es im Kultusministerium. Gebraucht werden aber 600 Lehrer. Bereits zu Beginn des aktuellen Schuljahrs wurden 562 zusätzliche Lehrerstellen geschaffen. Das Kultusministerium möchte weitere Lehrer gewinnen. Angehende Lehrer zwischen dem 1. Staatsexamen und dem Beginn des Vorbereitungsdienstes könnten gezielt angesprochen werden.

Für den Unterricht von Flüchtlingen sollen sich Lehrer künftig mit einem neuen Fortbildungskonzept qualifizieren. Neben Sprachförderung und Alphabetisierung gehören auch Interkulturelle Bildung, Elternarbeit und der Umgang mit Traumata zu den Schwerpunkten dieser Qualifizierung. Die ersten Fortbildungen sind zum Schuljahr 2016/17 geplant. Für den Umgang mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen gibt es bereits ein gezieltes Fortbildungsangebot. Im Schuljahr 2014/15 nutzten dies 1.200 Lehrer. Im Schuljahr 2015/2016 stehen 2.050 Plätze bereit.

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