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Brandstiftung in Remseck am Neckar Sonderkommission "Lamm" eingerichtet

Nach der Brandstiftung in der Nachbarschaft einer Flüchtlingsunterkunft in Remseck ermittelt nun der Staatsschutz. Die Kriminalpolizei Ludwigsburg hat eine Sonderkommission eingerichtet.

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1:43 min | Di, 20.10.2015 | 19:30 Uhr | SWR Fernsehen BW

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Feuer in Remseck am Neckar

Brandstiftung aus Fremdenfeindlichkeit?

In der Nacht zum Dienstag ist in Remseck am Neckar ein leer stehender Gasthof in unmittelbarer Nähe zu einem Flüchtlingsheim ausgebrannt. Die Polizei vermutet Brandstiftung.

Die Polizei ermittelt nach eigenen Angaben in alle Richtungen. Vieles deute aber auf einen fremdenfeindlichen Hintergrund hin. Die 16-köpfige Spezialeinheit berücksichtigt deshalb bei den Ermittlungen auch den Umstand, dass der Besitzer des Areals dem Landratsamt Ludwigsburg Räume zur Unterbringung von Flüchtlingen in dem jetzt ausgebrannten Gebäudetrakt angeboten hatte. Das Angebot wurde bislang jedoch nicht geprüft.

Gaststätte grenzt an Flüchtlingsunterkunft

Das Feuer brach in der Nacht zum Dienstag in dem maroden und seit einiger Zeit ungenutzten Gasthof "Lamm" aus. Nachbarn alarmierten die Feuerwehr. Das Haus grenzt an eine Asylunterkunft, in der derzeit 50 Flüchtlinge untergebracht sind. Dieses Gebäude war zwar nicht von dem Brand betroffen, die Bewohner wurden aber sicherheitshalber für die Dauer der Löscharbeiten evakuiert.

Mehrere Brandherde entdeckt

Laut Innenministerium steht eine fremdenfeindliche Tat "im Raum". Auch die Polizei geht von einem vorsätzlich gelegten Feuer aus: Es seien mehrere Brandherde in dem leer stehenden Haus entdeckt worden, sagte ein Polizeisprecher am Dienstagmorgen. Nach Angaben der Feuerwehr sei das Gebäude nach dem Brand stark sanierungsbedürftig, aber reparabel. Der Schaden beläuft sich auf rund 250.000 Euro.

Mahnwache vor der ehemaligen Gaststätte

Am Dienstabend versammelten sich die Remsecker vor dem ehemaligen Gasthof. Bei der Mahnwache sagte Oberbürgermeister Dirk Schönberger (parteilos), dass man damit ein deutliches Zeichen setzen wolle. "Wer dieses Feuer gelegt hat, hat hier vorsätzlich Menschen in Angst und Schrecken versetzt und die Sicherheit unserer Feuerwehrleute gefährdet", erklärte er. Schönberger betonte, dass Remseck kein braunes Nest sei. "Willkommenskultur ist für uns nicht nur ein Wort, sondern Willkommenskultur heißt bei uns: Begegnungen mit Menschen, Hilfe, Unterstützung und Verständnis für unsere Neuankömmlinge", so der Oberbürgermeister.

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