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Nach Anschlag auf Asylunterkunft in Remchingen Brandstiftung nachgewiesen - Täter unbekannt

Der Befund ist eindeutig: Der Brand in der Remchinger Asylunterkunft Mitte Juli war Absicht. Benzin diente als Brandbeschleuniger. Ein erster Verdacht auf einen jugendlichen Täter wurde ausgeräumt.

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1:01 min | Fr, 24.7.2015 | 18:00 Uhr | SWR Fernsehen BW

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Remchingen

Es war Brandstiftung

Nach dem Brand in einer geplanten Flüchtlingsunterkunft in Remchingen bei Karlsruhe steht fest, dass Brandstiftung die Ursache war. Der oder die Täter haben Benzin als Brandbeschleuniger benutzt.

Nach den bisherigen Erkenntnissen der Ermittlungsgruppe drangen der oder die Täter in der Nacht vom 17. auf den 18. Juli ins Gebäude ein, nachdem sie ein Fenster an der Rückseite eingeschlagen hatten. Im Obergeschoss wurde dann der Brand gelegt. Bereits Anfang und Mitte Juni waren jeweils eingeschlagene Fensterscheiben am Gebäude festgestellt worden. Damals hatte der örtliche Polizeiposten die Vorfälle bearbeitet. Von der Nutzung des Gebäudes als mögliche Asylunterkunft war zu diesem Zeitpunkt in der Öffentlichkeit noch nichts bekannt.

Bereits am Montag hatte die Polizei die Umgebung des ehemaligen Vereinsheims abgesucht. Die Aktion blieb ohne Ergebnis, genauso wie die Durchsuchung des Flüsschens Pfinz am Donnerstagsvormittag oder die Befragung zahlreicher möglicher Zeugen.

Verdacht gegen Jugendlichen ausgeräumt

Im Rahmen der Ermittlungen hatten sich nach Angaben der Ermittler Verdachtsmomente gegen einen Jugendlichen aus Remchingen ergeben. Der junge Mann habe allerdings die Vorwürfe ausräumen können. Eine entscheidende Spur haben die ermittelnden Kriminalbeamten noch nicht. Die Polizei bittet deshalb nach wie vor um Zeugenhinweise unter Telefon: 0721/939-5555.

Remchingen zeigt Flagge

Währenddessen will die Gemeinde Remchingen ein Zeichen setzen. Unter dem Motto "Remchingen zeigt Flagge" sind am Sonntagabend eine Gedenkminute, Ansprachen und musikalische Beiträge geplant. Die Veranstalter wollen zeigen, dass Remchingen eine weltoffene und pluralistische Gemeinde ist, die schon immer ihre Gäste herzlich willkommen geheißen hat. Bereits wenige Stunden nach dem Brand in einem als Flüchtlingsunterkunft vorgesehenen Vereinsheim hatte es in der Ortsmitte eine spontane Solidaritätskundgebung gegeben.

Nach wie vor vermuten die Ermittler einen fremdenfeindlichen Hintergrund. Weshalb in die 17-köpfige "Ermittlungsgruppe Meilwiese" auch der Staatschutz eingebunden ist. In Remchingen gibt es laut Polizei zwar eine "niedrige einstellige Zahl" von Anhängern der rechten Szene; die seien bislang aber nur durch Propaganda aufgefallen.

Ausgebrannte geplante Flüchtlingsunterkunft Remchingen

Wortspiel bei einem ernsten Thema

Das leer stehende Gebäude am Rande eines Gewerbegebietes in Remchingen-Wilferdingen - ein ehemaliges Vereinsheim - muss wahrscheinlich abgerissen werden. Zwei Geschosse des dreistöckigen Gebäudes brannten aus, der Schaden beträgt rund 70.000 Euro. Die Gemeinde Remchingen hatte das Haus am Waldrand erst vor kurzem erworben. Nach der Renovierung sollten dort ab 2016 Flüchtlinge untergebracht werden.

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