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Verkehr in Stuttgart Ein Feinstaubalarm jagt den nächsten

Seit Mittwoch sind Autofahrer in Stuttgart aufgerufen, freiwillig ihr Fahrzeug stehen zu lassen. Der Feinstaubalarm soll bis zum Wochenende gelten. Der nächste steht aber schon vor der Tür.

Abgase strömen aus Autos, die im Stau stehen.

Trotz Feinstaubalarms fahren viele Pendler mit dem Auto in die Stadt (Symbolbild)

Bereits zum dritten Mal nach Mitte Januar und Ende Februar gilt in der Landeshauptstadt Feinstaubalarm. Dieser soll bis in die Nacht von Freitag auf Samstag gelten. Die Pause hält aber nur über das Wochenende. Dann sei das Wetter so, dass die gesundheitsschädlichen Partikel aus dem Talkessel ziehen, teilte die Stadt am Donnerstag mit. Zu Beginn der nächsten Woche sei "ein neuerlicher Feinstaubalarm wahrscheinlich". Die Entscheidung darüber falle frühestens am Samstag.

Die Stadt Stuttgart möchte mit zahlreichen Vergünstigungen und Angeboten die Bürger unterstützen, auf den Öffentlichen Nahverkehr umzusteigen. Der Stuttgarter Verkehrsverbund (VVS) bietet noch bis zum 15. März einen zusätzlichen Freimonat für Abo-Einsteiger an.

Zusätzliche Bahnen und längere Züge

Außerdem können Pendler während des Feinstaubalarms kostenlos auf dem Wasen-Gelände parken und von dort mit der Sonderlinie U11 in die Innenstadt fahren. Zusätzlich zur U11, die mehr Kapazitäten im Innenstadtverkehr schafft, werden die S-Bahn-Linien 1, 2, 3 und 5 weiterhin über die Hauptverkehrszeiten hinaus als Langzüge verkehren.

Der Carsharing-Anbieter Car2Go rechnet auch während des dritten Feinstaubalarms in Stuttgart mit steigenden Nutzerzahlen. Dem SWR sagte ein Sprecher, dies zeige die Erfahrung der letzten beiden Alarme. Das Unternehmen unterstützt den Feinstaubalarm und bietet seine Elektro-Autos während der Zeit günstiger an.

Wenn Freiwilligkeit nichts bringt, drohen Verbote

Beim ersten Feinstaubalarm im Januar hatte es nach offiziellen Zählungen knapp fünf Prozent weniger Autoverkehr gegeben - deutlich zu wenig, um den Feinstaub nachhaltig zu reduzieren. Belastbare Zahlen könne man erst nach mehreren Alarmen zusammenstellen, teilte die Verkehrsleitzentrale Stuttgart mit. Gelinge mit Freiwilligkeit keine deutliche Reduzierung, werde es ab 2018 Fahrverbote geben müssen, hieß es im Stuttgarter Rathaus.

Feinstaub gilt als gesundheitsschädlich, in Stuttgart werden seit Jahren Werte gemessen, die die EU-Grenzwerte überschreiten. Infos zum Feinstaub-Alarm sind auch auf der städtischen Website www.feinstaubalarm.stuttgart.de nachzulesen.

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