Bitte warten...

Fastnachtswetter in Baden-Württemberg Närrische Fröhlichkeit gegen das Sturmtief

Das Sturmtief über Baden-Württemberg ist für die Narren bisher glimpflich verlaufen - sie hatten trotzdem Spaß. Nur einige kleinere Veranstaltungen wurden abgesagt. Doch das nächste Tief kommt.

Umzug in Ettlingen

Ausgelassene Stimmung trotz feuchter Witterung in Ettlingen

Die Unwetterwarnkarte des Deutschen Wetterdienstes für Baden-Württemberg ist orange und rot eingefärbt. Das bedeutet, dass es im ganzen Land viel regnen und stürmen soll.

Gernot Schütz vom Wetterdienst Meteos warnte am Montag davor, dass die Sturmböen Windstärke 10 erreichen könnten - das sind 90 Kilometer pro Stunde. In den Schwarzwaldgipfeln ab 1.000 Meter wurden Orkanböen bis zu 140 Kilometer pro Stunde erwartet. Der kürzlich wiedereröffnete Stuttgarter Fernsehturm wurde am Nachmittag sogar kurzzeitig wegen Sturmböen gesperrt.

Insgesamt verursachte Tief "Ruzica" am Montag nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei aber keine größeren Schäden im Land. Mindestens ein Mensch wurde allerdings verletzt. Vereinzelt seien Bäume entwurzelt worden oder Bauzäune umgestürzt. Einige Bahnstrecken mussten gesperrt werden.

"Da-Bach-Na-Fahrt" noch etwas feuchter als sonst

Bach-na-fahrt

Narren droht Nässe von oben und unten - hier bei der "Da-bach-Na-Fahrt" 2016 in Schramberg

Bei den Fasnetsveranstaltungen am Rosenmontag vor allem im südlichen Baden-Württemberg störte "Ruzica" allerdings nicht so stark wie befürchtet. Beim Narrensprung in Rottweil mit tausenden Hästrägern schien sogar zeitweise die Sonne.

Im nahen Schramberg stürzten sich Kostümierte am Mittag in ihren närrischen Zubern bei der "Da-Bach-Na-Fahrt" in die Fluten der Schiltach. Dabei regnete es zwar - am wenigsten störte das allerdings die Zuber-Fahrer bei dem nasskalten Spektakel.

Rund um Heidelberg und Karlsruhe wurden hingegen kleinere Veranstaltungen aufgrund der Sturmwarnungen abgesagt. Auch einige Rosenmontagszüge in Rheinland-Pfalz sind deshalb abgesagt worden, unter anderem der in Mainz.

Neues Tief stürmt am Dienstagnachmittag

Feuerwehrmänner ziehen am 08.02.2016 in Riedlingen (Baden-Württemberg) einen durch den Sturm umgestürzten Baum von einer Straße.

Einige Bäume - wie hier in Riedlingen - fielen am Montag Orkantief "Ruzica" zum Opfer

Viele große Fastnachtsumzüge in Baden-Württemberg finden traditionell am Dienstag statt, zum Beispiel in Karlsruhe, Stuttgart und Heidelberg. Für den Tag konnte der Meteorologe nach dem Stand von Montagvormittag keine rosigen Aussichten bieten: Nach den Prognosen von Meteos beruhigt sich in der Nacht zu Dienstag das stürmische Wetter zwar zunächst und sei am Vormittag noch "relativ harmlos".

Das Tief "Ruzica" hat den Namen einer Frau aus Baden-Württemberg bekommen. Die gebürtige Serbin ist am 8. Februar 70 geworden und bekam die Wetterpatenschaft von ihrem Mann und ihrem Sohn geschenkt. Ruzica heißt übersetzt kleine Rose.

Ab dem Mittag habe das Tief immer heftigere Auswirkungen. Sturm und Regen würden sich bis zum Nachmittag und Abend steigern, so dass es laut Schütz örtlich heftiger werden könnte als am Rosenmontag. Der Meteorologe hält es angesichts der Berechnungen durchaus für möglich, dass noch der eine oder andere Fastnachtsumzug abgesagt wird. Dabei geht es nicht nur um die Gefahren durch stürmische Böen, sondern auch um den erwarteten Dauerregen. "Wenn nicht Fasching wäre, würde man keinen Hund vor die Türe schicken", verdeutlicht der Wetterexperte.

Aktuell in Baden-Württemberg