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Eispanzer auf Straßen in BW Mehr als 300 Unfälle wegen Blitzeis

Nieselregen und eiskalter Boden sind eine gefährliche und teure Kombination. In der Nacht krachte es oft in Baden-Württemberg. Es entstand ein Gesamtschaden von rund 1,5 Millionen Euro.


Das Lagezentrum des baden-württembergischen Innenministeriums sprach am Samstagmittag von rund 300 Verkehrsunfällen durch Glatteis. Dabei wurden mindestens fünf Menschen schwer und zahlreiche weitere leicht verletzt. Der Gesamtschaden belaufe sich auf insgesamt rund 1,5 Millionen Euro. In den Höhenlagen der Schwäbischen Alb und im Schwarzwald sind die Straßen nach Angaben von Wetterexperten besonders rutschig.

Auto rutscht in den Neckar

Der Eisregen hatte kurz vor Mitternacht eingesetzt. In Stuttgart rutschte ein Auto in den Neckar. Nach Angaben eines Polizeisprechers konnten sich die Insassen noch rechtzeitig durch die Seitenfenster retten. Obwohl das Innenministerium angesichts der Vielzahl der Unfälle davon spricht, dass die meisten glimpflich abgelaufen seien, zeigt ein Blick ins Land nicht nur Sach-, sondern auch Personenschäden.

Bei Mannheim kippte ein Lastwagen um. In der Region Ulm meldete die Polizei 21 Glatteis-Unfälle. Sieben Mal seien dabei Menschen zu Schaden gekommen, zwei von ihnen wurden schwer verletzt. Auf der A8 rutschte an einer Ausfahrt ein Lkw in die Leitplanke und verursachte Stau. Auch im Ostalbkreis krachte es siebenmal. Hier allerdings nur mit Blechschäden.

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Blitzeis in Baden-Württemberg

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Er war angekündigt und er kam in der Nacht zum Samstag: Regen, der sich auf dem gefrorenen Boden sofort in Eis verwandelte. Das führte in Baden-Württemberg zu mindestens 300 Unfällen.

Er war angekündigt und er kam in der Nacht zum Samstag: Regen, der sich auf dem gefrorenen Boden sofort in Eis verwandelte. Das führte in Baden-Württemberg zu mindestens 300 Unfällen.

Auf der B10 bei Hedelfingen, hier im Bild, krachten vier Autos ineinander. Auf der A81 bei Heilbronn gab es eine Karambolage mit gleich neun Fahrzeugen. Die meisten Unfälle verliefen glimpflich und es blieb bei Blechschäden.

Besonders spektakulär war ein Unfall im Stuttgarter Hafen. Hier rutsche ein Auto an der Otto-Konz-Brücke in den Neckar. Die Rettungskräfte waren im Großeinsatz, unter anderem Taucher, Feuerwehr und eine Kranwagen-Besatzung.

Die beiden Insassen hatten riesiges Glück. Sie konnten sich durch die Seitenfenster retten. Gegen 7.00 Uhr wurde das Auto aus dem Neckar geborgen.

Viele Autofahrer hätten die Unwetterwarnungen ernst genommen und seien zu Hause geblieben, sagte ein Polizeisprecher. Wer dennoch fahren musste, hatte vor allen Dingen auf ungestreuten Nebenstraßen seine Probleme.

Eine rutschige Angelegenheit war es auch für die Fußgänger. Bürgersteige, Wege und Parkplätze waren am Morgen spiegelglatt. Das brachte manchen aus dem Gleichgewicht.

Massenkarambolage bei Heilbronn

Auf der A81 bei Heilbronn krachten gleich neun Fahrzeuge ineinander. Zunächst waren nur zwei Autos in die Leitplanke gefahren. Doch noch als die Polizei die Unfallstelle absicherte, fuhren weitere Fahrzeuge auf. Unter anderem ein Reisebus und ein Sattelzug. Eine 25-Jährige wurde schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht. Zwei weitere Menschen erlitten leichtere Blessuren.

Im Bereich des Polizeipräsidiums Karlsruhe wurden bis zum frühen Samstagmorgen insgesamt 33 witterungsbedingte Unfälle gezählt. In den meisten Fällen blieb es bei kleinere Blechschäden, bei zwei Unfällen wurde jeweils eine Person verletzt. Den Sachschaden beziffert die Polizei auf rund 60.000 Euro.

Es wird wärmer

Die Lage dürfte sich aber im Verlauf des Wochenendes entspannen. Es wird wärmer - und trockener. Am Nachmittag sollen die Temperaturen auf bis zu 9 Grad steigen.

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