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Dopingskandal in Freiburg Uni räumt Fehler bei Wahl des Juristen ein

Neue Nahrung für den Freiburger Doping-Skandal: Die Uni hat eingeräumt, für die Prüfung eines Gutachtens über einen der Hauptakteure ausgerechnet dessen Anwalt beauftragt zu haben.

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2:14 min | Mi, 2.3.2016 | 19:30 Uhr | SWR Fernsehen BW

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Universität Freiburg

Dopingskandal hat neue Nahrung erhalten

Im Zusammenhang mit dem Dopingskandal an der Universität Freiburg wurde am Mittwoch bekannt: Der juristische Berater der Uni war früher auch ein Anwalt von Professor Armin Klümper, der im Mittelpunkt der Vorwürfe steht.

Andreas Singler, ein Ex-Mitglied der Evaluierungskommission Freiburger Sportmedizin, hat am Mittwoch öffentlich gemacht, dass der frühere Anwalt des umstrittenen Sportmediziners Armin Klümper ein Gutachten für die Uni Freiburg geprüft hat. Den Angaben zufolge geht es in diesem Einzelgutachten, das Singler der Uni Freiburg vorgelegt hatte, konkret um Klümper selbst.

Der rechtliche Berater der Uni fordere nun Korrekturen an diesem Gutachten. Der Anwalt mische sich an einigen Stellen auch inhaltlich ein, sagte Singler dem SWR. Er sei misstrauisch geworden und habe bei seinen Nachforschungen festgestellt, dass Wolfgang Schmid, der das Rektorat der Uni heute auch in Doping-Fragen juristisch berät, früher als Anwalt für Klümper tätig war.

Uni: Von Verbindungen nichts gewusst

Der stellvertretende Rektor räumte am Mittwoch Fehler bei der Wahl des Anwalts ein. Man habe bei der Vergabe an Schmid nicht um die Verbindungen des Anwalts zu Klümper gewusst, sagte Gunther Neuhaus dem SWR. Nachdem man davon erfahren habe, sei ein mehrstufiges Verfahren "von unabhängigen Leuten" in Gang gesetzt worden.

Singler dagegen glaubt an ein solches mehrstufiges Verfahren nicht. Das Schreiben aus dem Rektorat habe er vor drei Wochen erhalten, sagte er.

Doping-Kommission zurückgetreten

Am Dienstag waren alle fünf Mitglieder der Doping-Kommission - außer der Vorsitzenden Paoli - zurückgetreten. Sie gaben als Grund an, die Uni würde ihre Unabhängigkeit beschränken.

Das Wissenschaftsministerium Baden-Württemberg hat am Mittwoch mitgeteilt, es dränge nun darauf, dass die Forschungsergebnisse veröffentlicht würden. Die fast neun Jahre Kommissionsarbeit gehörten in die Öffentlichkeit: Sie müsse erfahren, welche Vorgänge und Verstrickungen es rund um die Freiburger Sportmedizin gegeben habe.

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