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Deutsches Brauchtum meets Flüchtlinge Masken, Häs und Konfettiregen

Bald ziehen wieder die Narren durch die Straßen. Um den neu angekommenen Flüchtlingen die Bräuche der Gegend näher zu bringen, war die Narrengilde Lörrach zu Gast in einem Flüchtlingsheim.

Ein Mann mit Fastnachtsuniform mit einem Jungen in einer Flüchtlingsunterkunft

Obergildenmeister Jörg Rosskopf in seinem Element

In der Unterkunft im Lörracher Stadteil Brombach leben rund 200 Menschen unter anderem aus dem Irak, Afghanistan, aus dem arabischen Raum sowie viele Flüchtlinge vom Balkan.

Begleitet von mehreren Hästrägern verschiedener Lörracher Cliquen erklärte Obergildenmeister Jörg Rosskopf den Menschen am Wochenende, was es mit dem Brauchtum der alemannischen Fasnacht auf sich hat. Die Erklärungen erfolgten in Englisch, zwei Frauen übersetzen die Ausführung in albanischer und arabischer Sprache. Kurz und knapp: Bevor die Fastenzeit beginnt, wird einfach noch mal richtig gefeiert. Unter anderem auch mit einem Umzug durch die Innenstadt - wie so etwas aussieht, wurde in einem kleinen Film präsentiert.

Masken zum Streicheln und Aufsetzen

Aber auch einige Masken hatten die Narren mitgebracht, die die Kinder sogar aufsetzen durften. Statt vor den finster dreinblickenden Fratzen mit Hörnern und Hakennase Angst zu haben, waren viele der Kinder begeistert und streichelten das weiche Fell, das sonst den Hinterkopf des Hästrägers bedeckt.

Besonders begeistert - und kaum mehr zu bändigen- waren die Kinder, als die Narren das Konfetti auspacken. Und auch die Erwachsenen hatten Spaß an den Papierschnipseln.

Kinder werden Konfetti in einem Flüchtlingsheim.

Spaß mit Konfetti

Ziel für Heimleiterin Britta Lanzendorf war es, die Bewohner mit dem besonderen Brauchtum vertraut zu machen: "Wir müssen die Leute erstmal soweit bringen, dass sie sich an den Umzug trauen - dass sie einfach mal sehen: Wie läuft das überhaupt ab? Darf man mitlaufen? Darf man Bonbons aufheben? Was darf man, was darf man nicht?"

500 Paar Oropax besorgt

Sorgen macht sich die Leiterin der Notunterkunft vor allem um den Lärm. Denn direkt neben den Leichtbauhallen der Flüchtlinge steht eine große Festhalle. Hier werden jedes Wochenende Guggemusiken auftreten, Hästräger und andere Fasnachtsbegeisterte ausgiebig feiern. Doch Britta Lanzendorf hat vorgesorgt: "Wir haben uns mit 500 Paar Oropax eingedeckt. In der Hoffnung, dass wenigstens ein paar Kinder schlafen können."

Die Lust auf die Fasnacht scheint bei den Heimbewohnern geweckt: "That was beautiful, I think", sagte einer der Männer lachend.

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