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Deutscher Medienpreis für Ban Ki Moon "Grenzen schließen ist keine Lösung"

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat am Montagabend in Baden-Baden den Deutschen Medienpreis erhalten. In einer eindringlichen Rede forderte er Europa zum gemeinsamen Handeln in der Flüchtlingskrise auf.

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2:04 min | Mo, 7.3.2016 | 21:45 Uhr | SWR Fernsehen BW

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Deutscher Medienpreis für Ban Ki Moon

Auszeichnung für beharrlichen Diplomaten

Am Montagabend ist UN-Generalsekretär Ban Ki Moon in Baden-Baden mit dem Deutschen Medienpreis ausgezeichnet worden. Der Diplomat wurde damit für seinen weltweiten Einsatz für den Frieden geehrt.

"Die Grenzen entlang der Balkonroute zu schließen, das ist keine Lösung", sagte der 71-jährige Südkoreaner bei der Verleihung. Europa habe die Fähigkeit und auch die Erfahrung, diese schwere Zeit zu meistern. "Stehen Sie zu Ihren Prinzipien und werden Sie Ihrer Verantwortung gerecht, sagte er in Richtung der EU-Regierungschefs. Ban Ki Moon sprach Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mehrfach seinen Respekt für ihre Führung, Leidenschaft und Solidarität bei den Bemühungen um die Bewältigung der Krise aus.

Zuvor lobte der ehemalige Bundespräsident Christian Wulff (CDU) in seiner Laudatio Ban für sein "zähes, geduldiges und zielstrebiges" Engagement für den Frieden der Welt. Der oberste UN-Repräsentant habe in den fast zehn Jahren seiner Amtszeit in einem extrem schwierigen Umfeld Brücken gebaut und Probleme gelöst.

"Der richtige Preisträger zur richtigen Zeit"

Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hatte in seinem Grußwort betont: "Sie sind der richtige Preisträger zur richtigen Zeit." Er betrachte, so Kretschmann, mit Sorge angesichts der Flüchtlingskrise die mangelnde Solidarität in Europa und die Rückwendung zum Nationalen. Wie kein Zweiter stehe Ban für die Notwendigkeit von Solidarität in der Welt.

Die Verleihungszeremonie stand ganz im Zeichen der Flüchtlingskrise. Ein Einspielfilm am Anfang der Veranstaltung warf ein kurzes und eindrückliches Licht auf die Krisenherde dieser Welt wie Syrien oder Sudan. Ban habe einen neuen Führungsstil in der UN etabliert, sagte Karlheinz Kögel, der den Medienpreis 1992 ins Leben gerufen hat. Zwar könne der UN-Generalsekretär die Konflikte der Welt nicht alleine lösen, seine unermüdliche Arbeit leiste aber einen entscheidenden Beitrag dazu, die Welt zu einem besseren Ort zu machen.

Solidarität und Zusammenhalt

Ban Ki Moon steht seit 2007 an der Spitze der UN. Die Jury hatte die Auszeichnung für den 71-Jährigen unter anderem mit dessen Arbeit für die Solidarität und den Zusammenhalt der internationalen Gemeinschaft begründet. Auch der Durchbruch beim Weltklimagipfel in Paris Ende 2015 sei mit ein Erfolg seines Engagements. Bans Arbeit sei unverzichtbar für die Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Er handle so, wie es sich die Gründergeneration der Vereinten Nationen vor 70 Jahren gewünscht habe, hieß es vorab in der Begründung des Baden-Badener Marktforschungsunternehmens Media Control.

Medienpreis 2014 ging an Jogi Löw

Der Deutsche Medienpreis wird seit 1992 vergeben. Die Auswahl treffen Chefredakteure der reichweitenstärksten Medien in Deutschland. Der Preis besteht aus einer künstlerisch gestalteten Keramikfigur.

Zu den bisherigen Preisträgern zählen Bundeskanzlerin Angela Merkel, Altbundeskanzler Helmut Kohl (beide CDU), der Dalai Lama, König Hussein von Jordanien, der Schauspieler George Clooney und .

Rund 500 Gäste bei Medienpreis-Verleihung

Vorjahrespreisträger Löw war in diesem Jahr unter den rund 500 Gästen des Medienpreises. Dabei waren auch die ehemalige Skirennläuferin und Olympiasiegerin Maria Höfl-Riesch, die frühere Weltklasseschwimmerin Franziska van Almsick sowie die Fernsehmoderatoren Günther Jauch und Johannes B. Kerner.

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