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Demonstration gegen Bildungsplan Tausende gegen sexuelle Vielfalt

Die grün-rote Landesregierung möchte mehr Toleranz für sexuelle Vielfalt erreichen, doch das geht vielen zu weit. In Stuttgart haben am Sonntag erneut Tausende dagegen demonstriert.

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1:28 min | So, 21.6.2015 | 18:00 Uhr | SWR Fernsehen BW

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Stuttgart

Rechte und Konservative demonstrieren gegen Bildungsplan

Tausende Gegner des baden-württembergischen Bildungsplans demonstrierten am Sonntag in Stuttgart gegen die "Sexualisierung" ihrer Kinder. Dafür gab es Applaus aus der rechten Ecke.

Rund 4.000 Demonstranten waren laut Polizei unterwegs. Sexualität solle Privatsache sein, monierten Vertreter des Bündnisses "Für Ehe und Familie - Stoppt Gender-Ideologie und Sexualisierung unserer Kinder", das zur Demonstration aufgerufen hatte.

Das Bündnis aus zahlreichen konservativen Gruppen warf der grün-roten Landesregierung vor, Kinder ideologisch beeinflussen und "sexualisieren" zu wollen. "Wir wenden uns gegen die alles durchdringenden Umerziehungsversuche gut organisierter Lobbygruppen und Ideologen", hieß es im Demonstrationsaufruf.

Kritik am baden-württembergischen Bildungsplan

Damit wandte sich das Bündnis gegen den Aktionsplan gegen Diskriminierung von sexuellen Minderheiten, den das Landeskabinett vergangene Woche beschlossen hat. Darin möchte die grün-rote Landesregierung unter anderem Polizei- und Justizbeamte für einen sensibleren Umgang mit lesbischen, schwulen, bi-, trans- und intersexuellen Menschen schulen.

Das Bündnis kritisierte im gleichen Atemzug auch den neuen Bildungsplan für die baden-württembergischen Schulen, der sexuelle Vielfalt ab dem kommenden Jahr auch zum Thema im Schulunterricht macht. Die Bundesratsinitiative zur Öffnung der Ehe für Homosexuelle ist den Demonstranten ebenfalls ein Dorn im Auge.

Kleinere Rangeleien auf dem Schillerplatz

Auf dem Schillerplatz sprachen unter anderem Vertreter von CDU, CSU und AfD. Zu den Demonstranten gehörten neben erzkonservativen Pius-Brüdern auch Vertreter der Neuen Rechten, wie zum Beispiel die Identitäre Bewegung. Die Koordinatorin der Demo, Hedwig von Beverfoerde, sagte: "Wir sind heute hergekommen, weil es immer schlimmer wird. Mittlerweile demonstrieren wir auch für den Erhalt der Ehe als Ehe zwischen Mann und Frau."

An einer Gegendemo beteiligten sich laut Polizei etwa 300 Demonstranten, darunter Vertreter von der Linken, der Grünen Jugend und der FDP. Die Polizei war mit mehreren hundert Beamten im Einsatz, um Demonstrationen voneinander zu trennen. Dennoch sei es zu einigen Rangeleien gekommen.

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