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CDU-Landesparteitag in Ettlingen Merkel spricht Landes-CDU Mut zu

Die Umfragewerte der CDU in Baden-Württemberg sind so tief wie nie. Bundeskanzlerin Merkel macht ihren Parteifreunden und Spitzenkandidat Wolf Mut - innerhalb der CDU brodelt es eine Woche vor der Landtagswahl aber trotzdem.

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2:17 min | Fr, 4.3.2016 | 19:30 Uhr | SWR Fernsehen BW

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CDU-Landesparteitag in Ettlingen

"Jetzt erst recht"

Baden-Württembergs CDU-Spitzenkandidat Guido Wolf macht seinen Partei-Freunden trotz schlechter Umfrage-Werte Mut für die Landtagswahl. Und bekommt Unterstützung von Kanzlerin Angela Merkel.

Auf ihrem Landesparteitag am Freitag hat die CDU versucht, neuen Schwung für den Endspurt im Wahlkampf zu bekommen. Denn nach jüngsten Wahlumfragen liegt die Partei in ihrer einstigen Hochburg Baden-Württemberg nur noch bei 28 bis 30 Prozent der Stimmen. Und damit hinter den Grünen, die mit 32 Prozent rechnen können.

Merkel ruft zu Geschlossenheit auf

Daher rief CDU-Spitzenkandidat Guido Wolf in seiner Rede auch das Motto "Jetzt erst recht" aus. Die aktuelle Situation sei ein "Stahlbad", der Weg sei steinig. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) versuchte, Mut zu machen: "Jede Stunde zählt jetzt", rief sie den rund 1.100 Delegierten und Zuhörern zu.

Es gebe noch viele unentschiedene Wähler. "Es ist an uns zu zeigen, dass wir die richtigen Antworten auf die Themen haben", so Merkel. Mit Blick auf die parteiinternen Debatten um den Umgang mit der Flüchtlingskrise forderte sie ihre Partei auf, nach den Wahlen am 13. März "in Ruhe" weiter zu diskutieren. In den kommenden Tagen gehe es um das Gemeinsame in der Union.

Wolf sucht Schulterschluss mit Merkel

Beim Thema Flüchtlingspolitik zeigte sich Wolf demonstrativ einig mit Merkel, nachdem er zuletzt auf Distanz gegangen war. "Wir brauchen eine europäische Lösung und wir stützen unsere Kanzlerin auf dem Weg", sagte Wolf am Freitag.

So ähnlich beschloss es danach auch seine Partei einstimmig in einem Wahlaufruf: "Wir vertrauen dabei auf die Erfahrung unserer Bundeskanzlerin Angela Merkel und unterstützen sie und die Bundesregierung auf ihrem verantwortungsvollen Weg." Im Weiteren hielt die Landes-CDU in ihrem Papier fest, dass das Asylrecht verschärft werden soll. Menschen, die vor Krieg und Verfolgung fliehen, sollten Hilfe bekommen. "Es bedeutet aber auch, diejenigen, die aus anderen Gründen zu uns kommen, zurückzuweisen oder konsequent in ihre Heimatländer abzuschieben."

Schuldzuweisungen in der CDU

Innerhalb der Partei scheinen sich viele allerdings uneins zu sein und schieben sich gegenseitig die Schuld für die schlechten Umfragewerte zu. Einige baden-württembergische CDU-Politiker sind offenbar davon überzeugt, dass Merkels Flüchtlingspolitik viele Wähler zur rechtspopulistischen Alternative für Deutschland (AfD) treibt. Andere, so heißt es in Parteikreisen, sind mit dem Spitzenkandidaten Wolf unzufrieden. Die Kritik: Er biete Kretschmann kein Paroli und habe in der Flüchtlingspolitik keine klare Linie.

Rund eine Woche vor der Landtagswahl befindet sich die CDU in Baden-Württemberg im Umfragetief. Gleich in zwei Umfragen liegen die Christdemokraten hinter den Grünen. Eine Umfrage von Infratest dimap im Auftrag der ARD sieht die CDU bei 28 Prozent, die Grünen bei 32 Prozent. Im "Politbarometer" des ZDF, kurz nach der ARD-Umfrage veröffentlicht, steigt die CDU zwar wieder auf 30 Prozent, die Grünen bleiben aber stärkste Kraft mit zwei Prozentpunkten Vorsprung.

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