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Bürgerwehren in Baden-Württemberg Erste Rocker-Patrouille in Tuttlingen

Um Angriffe auf Frauen wie in der Kölner Silvesternacht zu verhindern, will unter anderem die Rockervereinigung Red Devils aktiv werden. In Tuttlingen waren zwei Rocker bereits "auf Streife". Innenminister Gall hält gar nichts davon.

ARCHIV - Zwei Männer unterhalten sich beim Treffen der Rockergruppe Red Devils

(Symbolbild)

Anfang der Woche hatten die Red Devils im Internet angekündigt, auf den Straßen in Tuttlingen präsent sein zu wollen. Wie ein Polizeisprecher bestätigt hat, sind zwei Rocker dann am Dienstag auch tatsächlich unterwegs gewesen. "Wenn die ganz normal spazieren, kann keiner was dagegen haben", so der Sprecher. "Wenn man sich zu Schutzgehabe aufdrängt, wird die Polizei einschreiten müssen."

Nach Angaben des Polizeisprechers gibt es solche Geschehnisse, wie sie in Köln vorgefallen sind, nicht in Tuttlingen. Die "Schwäbische Zeitung" (Onlineausgabe) hatte unter Berufung auf die Polizei geschrieben, es gebe keine Häufung von Straftaten, die von Flüchtlingen begangen würden. Auch gebe es keine Anzeichen dafür, dass Frauen belästigt worden seien.

Innenministerium: Bürgerwehren nicht sinnvoll

Auf Nachfrage des SWR hat das Innenministerium Baden-Württemberg noch einmal betont, dass Bürgerwehren grundsätzlich nicht sinnvoll sind. Eine Sprecherin sagte, es gebe ein staatliches Gewaltmonopol und das heiße, das konkret die Polizei die Sicherheit gewährleisten muss. Polizisten im Einsatz könnten unterscheiden zwischen einer Straftat und einer Ordnungswidrigkeit und würden entsprechend eingreifen. Bürgern sei der Unterschied oftmals nicht klar und deshalb sei die Gefahr groß, dass Situationen auf der Straße eskalieren könnten.

Innenminister Reinhold Gall (SPD) hat am Mittwoch ausdrücklich das "Hilfsangebot" der Rockergruppierung Red Devils zurückgewiesen. Polizei und Gerichte in Baden-Württemberg seien im Gegenteil derzeit mit schweren Delikten beschäftigt, die von Rockern begangen wurden. In der Schwäbischen Zeitung sagte er: "Solchen Menschen sollten wir die Sicherheit unseres Landes nicht mal ansatzweise zutrauen."

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