Bitte warten...

Bündnis in Stuttgart Tausende bei Demo gegen Gewalt und Hass

Hetze gegen Flüchtlinge und Übergriffe gegen Frauen: Damit die Gewalt in der Gesellschaft sich nicht weiter ausbreitet, haben mehrere tausend Menschen in Stuttgart demonstriert.

Um das Video abspielen zu können, benötigen Sie Javascript. Bitte aktivieren Sie dies in Ihrem Browser.

1:17 min | Sa, 16.1.2016 | 18:00 Uhr | SWR Fernsehen BW

Mehr Info

Demo in Stuttgart

Ein Zeichen gegen Hass und Gewalt

Am Samstag haben Tausende in Stuttgart gegen Hetze und Gewalt gegen Flüchtlinge demonstriert. Zu der Kundgebung hatte ein Bündnis aus mehr als 80 Organisationen aufgerufen.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DBG) in Baden-württemberg hatte zu der Kundgebung auf dem Schlossplatz unter dem Motto "Halt ! zusammen" aufgerufen. Ein Bündnis aus mehr als 80 Organisationen - darunter Gewerkschaften, Parteien, Kirchen und Migrantenvereine - unterstützen die Aktion. Die Polizei zählte rund 7.000 Teilnehmer. Landesbischof Frank Otfried July rief in seiner Rede zum Widerstand gegen Fremdenfeindschaft auf. Brandanschlägen auf Flüchtlingsheime oder sexistischen Übergriffen wie in Köln müsse man die Rote Karte zeigen. Die Gesellschaft könne Verschiedenheit, das zeigten viele Initiativen und Gruppen.

Der Vize-DGB-Landesvorsitzende Gabriele Frenzer-Wolf rief in die Menge: "Wir wollen keine Hassparolen hören und lesen. Wir wollen keine Heime brennen sehen." Als Teil einer gesellschaftlichen Mehrheit wolle sie nicht schweigen über die zunehmende Gewalt gegenüber Flüchtlingen. Zugleich verurteilte sie die sexuellen Übergriffe auf Frauen in der Silvesternacht als "abscheuliche Taten".

"Hetzparolen und Gewalt sind keine Lösung"

Es gehöre Mut und Augenmaß dazu, auch über Kapazitätsgrenzen zu diskutieren, sagte Stefan Wolf, Vorstandsmitglied des Verbandes Arbeitgeber Baden-Württemberg. Aber das Schüren von Ängsten dürfe nicht zur Debatte gehören. Rassismus, Diskriminierung, Sexismus oder gar Gewalt hätten in der Gesellschaft keinen Platz. "Wir akzeptieren weder verbale noch echte Brandstiftung. Hetzparolen sind keine Lösung und Gewalt noch weniger." Er warnte auch davor, den anstehenden Landtagswahlkampf in Baden-Württemberg auf dem Rücken der Flüchtlinge auszutragen. "Nach den Taten in der Silvesternacht ist es wichtig zu analysieren, nicht zu pauschalieren", sagte er.

Mit Blick auf die Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte Wolf: "Wer sagt, wir schaffen das, der muss auch sagen wie." Man müsse die Frage stellen, wann ein Maß erreicht sei, unter dem der gesellschaftliche Zusammenhalt hierzulande leide.

Auch Flüchtlinge bei der Demo

Zur Kundgebung kamen auch Flüchtlinge. "Ich bin gegen Rassismus und Gewalt und gegen das, was in Köln geschehen ist", sagte Mohammad Yasin Jardawi aus Syrien. Nicht alle Flüchtlinge seien mit den Tätern von Köln zu vergleichen. "Wir möchten den Deutschen zeigen: Wir suchen nach Frieden - nur das", so der 23-Jährige.

Unter dem Hashtag #haltzusammen gibt es im Netz Infos zur Demo.


Aktuell in Baden-Württemberg