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Drohbriefe von "AfD Armee Fraktion" Henkel und Kölmel erstatten Anzeige

Die früheren AfD-Politiker Bernd Kölmel und Hans-Olaf Henkel haben Anzeige wegen der Drohbriefe der "AfD Armee Fraktion" erstattet. Neben Kölmel haben noch vier weitere ehemalige AfD-Politiker aus Baden-Württemberg solche Schreiben erhalten.

Bernd Kölmel und Hans-Olaf Henkel

Bernd Kölmel und Hans-Olaf Henkel haben Drohbriefe erhalten (Archiv-Montage)

Kölmel erklärte am Montag, dass in der Sache der Staatsschutz der Polizei ermittle, und bestätigte damit Medienberichte vom Wochenende. Die Schreiben seien während des Wahlkampfes in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt verschickt worden. Daraufhin habe Kölmel Anzeige erstattet.

Auch vier ALFA-Kandidaten für die Landtagswahl in Baden-Württemberg seien bedroht worden und hätten Anzeige erstattet, sagte Kölmel in Stuttgart. Eine unbekannte Gruppierung namens "AfD Armee Fraktion" (AAF) hatte die Briefe verschickt. Der Name soll vermutlich an die linksextreme "Rote Armee Fraktion" (RAF) erinnern.

Auch nach dem Parteiaustritt und der Gründung der AfD-Abspaltung ALFA behielten ehemalige AfD-Spitzenpolitiker ihre Mandate im Europa-Parlament. AfD-Chefin Frauke Petry hat sie mehrfach aufgefordert, ihre Mandate aufzugeben.

"Bei Deinen Kindern fangen wir an"

Wie die "Welt am Sonntag" berichtet, wurde Kölmel in dem Schreiben aufgefordert, sein Mandat im Europäischen Parlament niederzulegen. Wörtlich heißt es in dem Schreiben: "Verpiss Dich mit Deiner Arschloch Partei oder wir räumen auf und bei Deinen Kindern fangen wir an." Weiter heißt es: "Der bewaffnete Kampf hat begonnen." Unterzeichnet ist das Dokument dem Bericht zufolge mit den Worten "Heil Höcke" - offensichtlich eine Anspielung auf den Thüringer AfD-Chef Björn Höcke, der als Gallionsfigur des nationalistischen Flügels der Partei gilt.

Kölmel lässt sich allerdings von dem Brief nicht einschüchtern. Auch wenn der Duktus der Briefe ein "Skandal" sei, fühle er sich persönlich nicht bedroht, sagte der baden-württembergische Landesvorsitzende der Partei ALFA, Kölmel, dem SWR am Montag. Er gehe von einem "Spinner" aus. Die Umstände deuten seiner Meinung nach eher auf einen Einzeltäter mit Insider-Informationen, als auf eine Gruppe hin, so Kölmel. Er wolle den Ermittlungsbehörden aber nichts vorwegnehmen.

"Tod Dir und Deinen Alfa Schwachmaten"

Auch Hans-Olaf Henkel, einst Mitglied des AfD-Bundesvorstandes, hatte einen Drohbrief erhalten, wie die Zeitung berichtet. Der 76-jährige Politiker fand demnach im Briefkasten seiner öffentlich nicht bekannten Adresse einen Brief, in dem er ultimativ aufgefordert wurde, sein Mandat im Europäischen Parlament "an Frauke Petry und ihre Männer" zurückzugeben. "Wie werden uns für jede Stimme rächen, die Du die AfD kostest! Blutig!!! Tod Dir und Deinen Alfa Schwachmaten", zitierte die "Welt am Sonntag" aus dem anonymen Schreiben. Henkel sagte, er gehe von einem Einzeltäter aus: "Ich glaube nicht, dass hinter den Schreiben eine terroristische Struktur steht."

Ermittlungen werden in Waiblingen geführt

Alle sechs Drohbriefe sind nach Angaben der Polizei über das Briefzentrum der Stadt Waiblingen (Rems-Murr-Kreis) versandt worden. Dort werden auch die Ermittlungen geführt. Die Schreiben sind nach Angaben Kölmels während des Wahlkampfs in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt verschickt worden.

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