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Nach Brandanschlag in Schwäbisch Gmünd Bürger demonstrieren für Menschlichkeit

Nach dem Brandanschlag auf eine geplante Asylunterkunft in Schwäbisch Gmünd haben am Freitagabend etwa 300 Bürger eine Mahnwache abgehalten. OB Richard Arnold fand deutliche Worte.

Feuerwehrmänner werfen Schatten an die Wand am 25.12.2015 beim Einsatz in einer im Bau befindlichen Flüchtlingsunterkunft in Schwäbisch Gmünd

Bei dem Brandanschlag entstand ein Schaden von rund 20.000 Euro

Der CDU-Politiker bezeichnete die Brandstiftung als feige Tat, die ein Angriff auf die Demokratie sei. An der Demonstration vor dem Rohbau des Gebäudes nahmen Vertreter von Parteien, Kirchen und Vereinen teil. Sie wollten nach eigenen Angaben Flagge zeigen für Menschlichkeit und Toleranz in der Ostalbstadt.

Bei dem Feuer am frühen Morgen des ersten Weihnachtsfeiertags war niemand verletzt worden, da die Unterkunft im Ostalbkreis noch nicht fertiggestellt ist. Nach Polizeiangaben war die Werksfeuerwehr der Firma Bosch auf ihrer routinemäßigen Kontrollstreife bei den drei Werken in Schwäbisch Gmünd gegen 3.30 Uhr zufällig an dem Rohbau vorbeigefahren und hatte das Feuer gesehen. Sie habe sofort mit dem Löschen begonnen. Der Schaden sei daher gering ausgefallen; er wird auf 20.000 Euro geschätzt.

Hinweise auf Brandstiftung gefunden

Die Ermittler gehen davon aus, dass das Feuer gelegt wurde. "Es gibt entsprechende Spuren, die im Moment den Schluss zulassen, dass wir von Brandstiftung ausgehen müssen", sagte der Leiter der Kriminalpolizei Aalen, Reiner Möller. Details nannte er nicht. Ob es sich um eine politisch motivierte Tat handelt, sei noch unklar. Der Brand brach offenbar in einem offenen Kabelschacht aus. Bei den Ermittlungen wird auch ein Spürhund eingesetzt.

Das Gebäude sollte im Frühjahr 2016 fertiggestellt werden. Bauherr ist der Landkreis. Geplant ist, dass im kommenden Mai 120 Asylbewerber einziehen. Flüchtlinge kommen nach Angaben eines Stadtsprechers in erster Linie von der Erstaufnahme in Ellwangen nach Schwäbisch Gmünd. In der Stadt wird die Unterbringung nach seinen Angaben bevorzugt dezentral organisiert: Es gebe zwei Sammelunterkünfte für etwa 200 Asylbewerber und etwa genauso viele Flüchtlinge würden in privaten Wohngemeinschaften leben - das sei der "Gmünder Weg".

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1:48 min | Fr, 25.12.2015 | 18:00 Uhr | SWR Fernsehen BW

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Schwäbisch Gmünd

Vermutlich Brandstiftung in Flüchtlingsheim

In einer geplanten Flüchtlingsunterkunft in Schwäbisch Gmünd hat es gebrannt. Die Polizei geht mit hoher Wahrscheinlichkeit von Brandstiftung aus. Politiker verurteilten die Tat.

Politiker verurteilen Tat

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) verurteilte die Brandstiftung als "widerwärtige Tat". Ein Brandanschlag auf ein Flüchtlingsheim sei immer auch "ein Angriff auf unsere Gesellschaft", so Kretschmann. Innenminister Reinhold Gall (SPD) sagte, "dass selbst an Weihnachten eine solche Tat verübt wird, ist erbärmlich". CDU-Spitzenkandidat Guido Wolf forderte stärkere Sicherheitsmaßnahmen rund um Asylunterkünfte. Die Politik dürfe nicht zur Tagesordnung übergehen. Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) nannte die Tat bei Facebook "einfach nur dumm und widerwärtig".

Auch der Landrat des Ostalbkreises, Klaus Pavel (CDU), zeigte sich "sehr, sehr betroffen". Für die Bemühungen, Flüchtlinge möglichst dezentral unterzubringen, gebe es eine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung. Von diesem Weg werde man sich nicht abbringen lassen, betonten beide Politiker am Tatort.

Im Sommer hatte es in mehreren Unterkünften für Asylbewerber im Land gebrannt - meistens bevor diese von Flüchtlingen bezogen wurden. In einigen Fällen handelte es sich um gezielte Anschläge.

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