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Feuer in Pforzheim Tote Männer waren Arbeitskollegen

Nach dem Brandunglück in Pforzheim mit vier Toten hat die Polizei erste Ermittlungsergebnisse vorgestellt. Die Toten stammen höchstwahrscheinlich aus Rumänien und waren im Transportgewerbe tätig.

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2:06 min | Di, 20.10.2015 | 19:30 Uhr | SWR Fernsehen BW

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Tödlicher Brand in Pforzheim

Dachstuhl brennt - vier Menschen sterben

Bei einem Dachstuhlbrand in Pforzheim sind in der Nacht zum Dienstag vier Menschen ums Leben gekommen. Laut Polizei war wohl ein technischer Defekt oder Fahrlässigkeit die Ursache.

Laut Polizei gibt es keine Hinweise auf Brandstiftung. Ursachen für das im Dachstuhl ausgebrochene Feuer könnten demnach ein technischer Defekt oder der unsachgemäße Umgang mit einem Gas-Heizgerät sein, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Bei den Opfern handelt es sich um vier Arbeitskollegen. Ihr Chef hatte im selbe Gebäude gewohnt, war nach Angaben der Polizei in der Brandnacht aber nicht Zuhause. Ersten Ermittlungen zufolge stammen die zwischen 28 und 40 Jahren alten Männer aus Rumänien und haben Kleintransporterfahrten für ihren Landsmann erledigt.

"Wir hatten kurz nach Mitternacht mehrfache Notrufe. Der Dachstuhl stand in Vollbrand", so die Polizei. Die vier Todesopfer hielten sich offenbar in dem Dachstuhl auf, als dieser in Flammen aufging. Obwohl Rauchmelder anschlugen, konnten sich die Männer nicht mehr retten. Eine Obduktion soll weitere Klarheit bringen, wer die Männer sind und ob sie an einer Rauchvergiftung im Schlaf starben oder vom Alarm geweckt wurden und bei Bewusstsein verbrannten. Ob der Brand durch einen technischen Defekt ausgelöst wurde, ist noch unklar. Brandstiftung schloss die Polizei bereits kurz nach dem Brand aus.

Obduktion soll Identität der Leichen klären

Außerdem wurden zwei Männer verletzt - ein 36-Jähriger schwer, als er die Bewohner der Dachwohnung retten wollte. Ein 25 Jahre alter Mann erlitt Schnittverletzungen, als er sich aus dem brennenden Dachstuhl über das Dach ins Freie hangelte, ein Fenster einschlug und in das Stockwerk darunter flüchtete. Ihn hatte ein Knall und dann der Rauchmelder gerade noch rechtzeitig gewarnt. Seine Frau (37) und der dreijährige Sohn konnten hingegen unverletzt aus dem Haus flüchten, ursprünglich hatte die Polizei von vier Verletzten gesprochen. Ebenso retten konnte sich eine 32-Jährige, die das Erdgeschoss bewohnte.

Benachbarte Häuser unbeschädigt

Rund 100 Einsatzkräfte waren an Ort und Stelle. Die Feuerwehrleute mussten sich durch das zum Teil brennende und völlig verqualmte Treppenhaus nach oben kämpfen. Dort fanden sie vier Leichen. Warum die Männer es trotz Alarms der Rauchmelder nicht nach draußen schafften, ist noch unklar. Die benachbarten Gebäude, die Wand an Wand an das Mehrfamilienhaus grenzen, mussten nicht evakuiert werden.

Das Haus befindet sich in einem Wohngebiet des Stadtteils Dillweißenstein, einige Kilometer von der eigentlichen Stadt Pforzheim entfernt. Bei dem Gebäude handele es sich weder um eine Asylbewerberunterkunft, noch seien Flüchtlinge unter den Bewohnern gewesen, sagte der Polizeisprecher. Die Wohnungen waren alle vermietet.

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