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Bericht über Flüchtlingsunterbringung Baden-Württemberg rechnet anders

Nehmen die Kommunen in Baden-Württemberg im Schnitt zu wenig Flüchtlinge auf? Das geht aus einem neuen Medienbericht hervor. Nun relativiert das Integrationsministerium die Zahlen.

ARCHIV - Asylbewerber aus Syrien warten am 25.11.2015 in Meßstetten (Baden-Württemberg) in der Landeserstaufnahmestelle im Informationszentrum

Kommunen: Flüchtlingskrise belastet - aber überfordert nicht

Wenn es um die Versorgung und Betreuung von Flüchtlingen geht, dann sind die Kommunen an der Belastungsgrenze - aber sie sind nicht überfordert. Das berichtet das ARD-Magazin "Monitor", das eine entsprechende Umfrage in Auftrag gegeben hatte. Demnach nehmen Gemeinden in Bayern und Nordrhein-Westfalen am meisten Flüchtlinge pro Einwohner auf. Baden-württembergische Kommunen hingegen würden am Ende der Tabelle stehen.

In die Berechnung wurden allerdings keine Einrichtungen mit eingerechnet, die von den Bundesländern betrieben werden. Daran und an den unterschiedlichen Erstaufnahmesystemen in den verschiedenen Bundesländern läge es offenbar, dass die Zahlen von "Monitor" so ausfallen, vermutet ein Sprecher des Integrationsministeriums in Stuttgart am Donnerstag.

Flüchtlinge nicht so schnell in den Kommunen

Nach Angaben der Behörde nimmt Baden-Württemberg 13 Prozent aller in Deutschland ankommenden Flüchtlinge auf. Es habe nach Bayern und Nordrhein-Westfalen die dritthöchsten Aufnahmezahlen. In Nordrhein-Westfalen aber kämen die Flüchtlinge schneller in den Kommunen an als in Baden-Württemberg.

Hier wurden im vergangenen Jahr 40.000 Plätze in Erstaufnahmestellen - unter anderem in Karlsruhe, Ellwangen, Meßstetten, Donaueschingen, Villingen-Schwenningen, Weingarten und Heidelberg geschaffen. Erst später würden die Flüchtlinge über die Landkreise in den Kommunen verteilt.

Auch ein Sprecher des Städtetags Baden-Württemberg, Gerhard Mauch, bestätigt: "Wir sind nicht überfordert." Die Kommunen seien aber dennoch stark belastet: "Es ist die Menge an Flüchtlingen und die Schnelligkeit, mit der sich gerade alles vollzieht." Es "klemme" überall, sagte Mauch dem SWR und verwies auf den Bedarf an Neubauten, Kinderbetreuung, Schulplätzen sowie Sprachförderung und Integrationskursen. Mauch kritisierte die finanzielle Hilfe vom Land. Die Verhandlungen mit den Kommunen würden auf der Stelle treten.

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