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Beginn der Metall-Tarifgespräche in BW Schrille Töne schon zum Auftakt

Tarifverhandlungen folgen normalerweise immer dem gleichen Eskalationsschema. Doch in der baden-württembergischen Metall- und Elektroindustrie scheint es diesmal gleich heißer herzugehen.

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1:13 min | Mi, 16.3.2016 | 18:00 Uhr | SWR Fernsehen BW

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Böblingen

Metaller verhandeln über fünf Prozent mehr

Fünf Prozent mehr Geld fordert die Gewerkschaft IG Metall in der neuen Tarif-Runde für die 800.000 Beschäftigten der Metall- und Elektro-Industrie in Baden-Württemberg. Am Mittwoch haben sich Arbeitgeber und Gewerkschaftsvertreter in Böblingen getroffen.

Schon vor dem Start der Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie am Mittwoch meldeten sich die Verhandlungsteilnehmer des Daimler-Konzerns zu Wort. Daimler-Personalvorstand Wilfried Porth bezeichnete die Fünf-Prozent-Forderung der IG Metall in der "Stuttgarter Zeitung" als "völlig überzogen und realitätsfern".

Sein Gegenpart, Daimlers Gesamtbetriebsratschef Michael Brecht, hat für die Aussage wenig Verständnis: "Ich verstehe nicht, warum Daimler-Personalvorstand Wilfried Porth, der für die Arbeitgeber verhandelt, schon vor den ersten Gesprächen in dieser Form angreift und mauert", sagte er am Mittwoch. Seitens der IG Metall sei die Forderung mit wirtschaftlichen Daten und dem Anspruch nach mehr Gerechtigkeit begründet, sagte Brecht. "So gehen wir gelassen in die Gespräche."

Daimler-Vorstand sieht hohe Kampfbereitschaft der Metallarbeitgeber

Die wurden am Nachmittag ergebnislos auf den 14. April vertagt. Dann erwarte die Gewerkschaft ein Angebot der Arbeitgeberseite, so IG-Metall-Bezirksleiter Roman Zitzelsberger. Er kritisierte den "scharfen Ton" der Verhandlungspartner: Der sei "für die erste Tarifrunde gänzlich ungeeignet." Seine Gewerkschaft sei auf alles vorbereitet.

Warnstreiks können allerdings erst Ende April ein Thema werden - bis dahin gilt die sogenannte Friedenspflicht. Die Bereitschaft der Arbeitgeber, es am Ende auf einen Konflikt ankommen zu lassen, dürfte jedoch deutlich größer sein als in der Vergangenheit. "Im Arbeitgeberlager setzt sich ganz klar die Haltung durch: Jetzt ist es genug", so Daimler-Vorstand Porth. Ein Streik käme seinem Unternehmen angesichts der guten Auftragslage allerdings nicht gerade gelegen.

Bei den Tarifverhandlungen geht es um Lohnerhöhungen für 800.000 Beschäftigte der Branche. Die IG Metall fordert fünf Prozent mehr Geld. Die Arbeitgeber haben noch kein Angebot vorgelegt. Südwestmetall-Chef Stefan Wolf hatte im Vorfeld betont: "Die Positionen liegen sehr weit auseinander."

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